Ärzte Zeitung, 18.10.2012

Rat von Altersgenossen

Junge Erwachsene beraten junge Süchtige

Die Suchtberatungsstelle "STEP" aus Hannover hat ein neues Angebot für Teenager entwickelt. Der Clou: Die Berater sind selbst junge Menschen.

HANNOVER (cben). Über die Homepage "Helferline" beraten junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren in der Suchtberatungsstelle "Step" ihre Altersgenossen bei Konsumzwang, Essstörungen oder kritischem Medienverhalten.

Um Jugendlichen in der Region Hannover eine altersgerechte, vertrauensvolle und anonyme Möglichkeit geben zu können Hilfe einzufordern, bieten STEP und die Jungen Humanisten Hannover die gemeinsame Beratung an.

Allerdings wird das Angebot bisher nur schwach genutzt. Über die Homepage "www.helferline.info" können die Ratsuchenden Kontakt aufnehmen und dem Beraterinnenteam chatten oder einfach eine Mail schreiben.

"Die betroffenen Jugendlichen geben Beratern, die gleichen Alters sind, einen viel größeren Vertrauensvorschuss als etwa erwachsenen Therapeuten", begründet Carsten Theile von STEP das Angebot.

Beratung erfolgt online

Außerdem wenden sich Jugendliche, die mit solchen neuen Süchten Probleme haben, in der Regel nicht an eine klassische Beratungsstelle, weil sie oft glauben, dass die Beratungsstellen diese neuen Süchte gar nicht abdecken würden, hieß es. Das Projekt wird als Online-Beratung bundesweit angeboten, erklärt Theile.

Die Zahlen der Bundesregierung geben Anlass zum Engagement bei den neuen Süchten. 56 Prozent der Mädchen haben schon einmal eine Diät gemacht, so Theile. "Laut Bundesregierung gibt es 560.000 Online-Abhängige."

Nicht zuletzt sind die Jugendlichen und unter ihnen die Abhängigen ein enormer Wirtschaftsfaktor. "Die Finanzkraft der elf Millionen Jugendlichen in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren um 24 Prozent auf 20 Milliarden Euro gestiegen", sagt Theile.

[27.11.2012, 12:20:25]
Dr. Mustafa Ayhan 
Grüsse von "Hinterm Mond"
Herr Mertens (ich kann auch nicht richtig abschreiben, sorry)
Man merkt dass Sie aus der von mir kritisierten Berufgruppe stammen oder haben Freunde/Verwandte aus der Branche.
Gute Polizisten waren meist in ihrer Jugend auch keine Engel, und sie müssen keinen psychisch therapieren, sondern Strafftaten aufklaeren.
Eine Geburt ist keine Sucht und eines der besterforschten Bereiche der modernen Medizin.
Gefaengnisspsychologen haben das Glück dass die Gefangenen nur sie als Ansprechspartner haben und die meisten Gefangenen sind NICHT zufrieden mit der gebotenen Leistung.
Ausnamen bestaetigen auch hier die Regel.
Lesen Sie mal in diversen Drogenforen nach wie sich Abhaengige zu den angeblichen Profis aeussern.
Die meisten fühlen sich nicht verstanden und sie bemaengeln einen fehlenden persönlichen Zugang, weil dei meisten Profis sich ihnen überlegen sehen und das auch den Abhaengigen zu spüren geben.
Es gibt wirklich gute Profis, welche ihre Karriere riskiert haben um die konservative Gesellschaftliche Haltung zu aendern und neue Therapieansaetze einzubringen.
Anfang der 90er Jahre war Methadon in DE noch gar kein Thema und ein sich aufopfernder Apotheker begann auf eigene Verantwortung mit der Abgabe von DHC an Opiatabhaengige und wurde fast gesellschaflich gelyncht.
In der Schweiz/Zürich hatte der damalige Kantonsarzt (70'er/80'er) die Abgabe von sterilen Spritzen strengstens verboten und eine AIDS Epidemie ausgelöst. Dr. A.Seidenberg führte alleine einen Kampf gegen die gesallschaftlichen Vorwürfe und erreichte die entkriminalisierung und die flaechendeckende Abgabe von Methadon und spaeter Diamorphin an Abhaengige und war führend dabei die damals berühmten offenen Drogenszenen vom Platzspitz und Letten auf humane Art aufzulösen, was die Polizei davor mit Gewalt nicht ansatzweise erreicht hat.
Ja, es gibt gute Profis, aber sie sind verschwindend klein in der Anzahl. Die anderen werde von den Abhaengigen nicht akzeptiert und kommen nicht an sie heran, weil sie typischerweise stets streng nach Vorschrift vorgehen, aber es waren die Profis die Vorschriften umgangen und gegen sie gekaempft haben welche auch erfolgreich geworden sind.
Ich sehe sehr wenige solch enthusiastisch eingestellten Fachkraefte und die meisten machen ihren Job weils halt ihre Arbeit ist, aber richtig überzeugte Kaempfer gibts sehr wenig.
Aber was weis ich den schon, man sieht ja nichts von der Rückseite des Mondes.

Dr.med.Mustafa Ayhan
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[19.10.2012, 10:48:43]
Dr. Mustafa Ayhan 
Falscher Ansatz
Wie bitte soll denn ein selbst kein Suchtproblem kennender, junger und unerfahrener Mensch das erfolgreich machen?
In der Schweiz werden ehemalige Abhaengige (egal welche Art der Sucht) welche ihren Weg mit Erfolg raus aus der Sucht gefunden haben, für solche Dienste eingesetzt und wer kann denn mehr Ahnung zur Problematik haben als jemand der es selbst durchlebt hat?!
Bestimmt aber nicht die grossen Bücherwürmer die all ihr Wissen aus reinem Lesestoff dritter haben, und meinen zu allem eine Erklaerung und Lösung aus der Tasche zaubern zu können.
Menschen die helfen sollen, müssen diesen Zustand selbst erlebt haben um eine Türe zum Gegenüber zu öffnen, um somit diesen zu verstehen bzw. helfen zu versuchen.
Aber bitte nicht wieder diese Alleswisser-Theoretiker Nummer, und diesmal noch in verjüngter Form.

m.f.& k.Gruss
Dr.med.Mustafa Ayhan

PS: Bin selbst Psychiater und auf Sucht spezialisiert und mir hat es sehr viel gebracht dass ich in meiner Jugend selber u.a. auch Opiatabhaengig war. Ich kann den Zustand meiner Patienten teilen und sie spüren das, was meine Erfolgsquote (sei es praeventiv oder therapeutisch) erheblich geteigert hat. zum Beitrag »

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