Ärzte Zeitung, 03.06.2015

Robert Koch-Institut

Hohe Rate von Hepatitis C bei Drogensucht

Hepatitis- und HIV-Infektionen treten bei Drogenabhängigen häufig auf, belegt eine neue Studie.

BERLIN. Erste Ergebnisse der Studie "Drogen und chronische Infektionskrankheiten" (DRUCK) hat jetzt das Robert Koch-Institut (RKI) publiziert (Epi Bull 2015; 22: 191). Danach sind von den langjährigen Drogenabhängigen in Deutschland 23 bis 54 Prozent chronisch mit Hepatitis C infiziert.

Bei den Abhängigen mit intravenösem Drogenkonsum liegen die HIV-Infektionsraten, je nach Wohnort, bei 0 bis 9 Prozent. Jeder fünfte HIV-positive Drogensüchtige wusste in der Studie nichts von seiner Infektion.

Die Raten von aktiven Hepatitis-B-Infektionen sind in der Risikogruppe mit 0,3 bis 3,0 Prozent relativ niedrig. Wegen des hohen Risikos sollte Betroffenen jedoch die Hepatitis-B-Impfung nahegelegt werden, betont das RKI.

Die DRUCK-Studie ist zwischen 2011 und 2015 vom RKI in Kooperation mit Einrichtungen der Drogenhilfe, lokalen AIDS-Hilfen und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst vorgenommen worden. Für die Untersuchung wurden über 2000 Abhängige mit intravenösem Drogengebrauch befragt und labordiagnostisch auf Infektionsmarker untersucht.

Die Probanden kamen aus acht Städten (Berlin, Essen, Leipzig, Frankfurt am Main, Köln, Hannover, München, Hamburg). Bei den Ergebnissen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Studienstädten.

Die Studie ergab zudem deutliche Wissenslücken bei Drogenabhängigen zu Übertragungswegen und zur Prävention der Infektionen. Eine genaue Analyse des Risikoverhaltens soll nun helfen, Präventionsempfehlungen zu aktualisieren, berichtet das RKI. (eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »