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Schwangerschaft

Tabakrauch schädigt das Erbgut des Fötus

Raucht eine Frau während der Schwangerschaft, verändert sich das Erbgut ihres ungeborenen Kindes. Damit verknüpft könnte ein erhöhtes Risiko für spätere Lungen- und Krebserkrankungen sein.

Anne BäurleVon Anne Bäurle Veröffentlicht:
Gefährlich: Rauchen in der Schwangerschaft.

Gefährlich: Rauchen in der Schwangerschaft.

© sonnenflut products / fotolia.com

NEU-ISENBURG. In Deutschland raucht nach Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) etwa jede siebte Frau zu Beginn ihrer Schwangerschaft. Zwar gibt ein Viertel von ihnen den Konsum von Zigaretten im Lauf der Schwangerschaft auf - die meisten allerdings rauchen auch weiterhin.

Welche schwerwiegenden Folgen der Tabakkonsum auf das ungeborene Kind hat, zeigt eine Langzeitstudie von Forschern des DKFZ mit 16 Mutter-Kind-Paaren (Mol Sys Biol 2016; 12: 861). Acht der 16 Mütter rauchten, acht Mütter waren Nichtraucherinnen.

Nach den Ergebnissen von Dr. Tobias Bauer und seinen Kollegen wirkt sich Zigarettenkonsum ganz erheblich auf das Erbgut der Föten aus: Im gesamten Genom von Neugeborenen der rauchenden Mütter konnten die Forscher bestimmte epigenetische Veränderungen nachweisen.

Epigenetische Veränderungen sind chemische Modifikationen am Erbgut, die wie ein Schalter wirken und die Aktivität von Genen verstärken oder herunterfahren können.

Bei den untersuchten Kindern fiel den Forschern vor allem eine chemische Modifikation auf, die zu einer Verstärkung eines bestimmten Signalwegs in der Zelle führte - was wiederum in mehreren Studien bereits mit chronischen Lungenkrankheiten und Krebs in Verbindung gebracht wurde.

Die Veränderungen am Erbgut der Kinder sind dabei nach den Ergebnissen der Forscher dauerhaft; die Wissenschaftler konnten sie sowohl bei der Geburt der Kinder feststellen, als auch bis zu vier Jahren danach.

Die meisten Kinder blieben jedoch auch nach ihrer Geburt Tabakrauch ausgesetzt; auch dies könnte ein Faktor für die dauerhaften Veränderungen am Erbgut sein.

Der Tabakkonsum beeinflusste allerdings nicht nur das Erbgut der Föten. Auch bei den Müttern führte das Rauchen offenbar zu epigenetischen Modifikationen am Erbgut, die sich allerdings von denen ihrer Kinder unterschieden.

Die Forscher vermuten, dies könne an der Plazenta liegen, die wie eine Barriere wirke und das Ungeborene den Inhaltsstoffen des Tabakrauchs deutlich stärker aussetze.

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