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Therapieziel von Schmerzpatienten bleibt oft unerfüllt

MÜNCHEN (sto). Schmerzpatienten bekommen oft nicht die Behandlung, die sie erwarten. Einen Grund dafür sieht der Leiter des Schmerzzentrums Göppingen, Dr. Gerhard Müller-Schwefe darin, daß die Schmerzintensität von Patienten häufig weder gemessen noch dokumentiert werde. Und es werde auch nicht nach dem Behandlungsziel des einzelnen Patienten gefragt.

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Ein einfaches Verfahren, um das Schmerzempfinden zu messen, ist die visuelle Analogskala, die meist von 0 (kein Schmerz) bis 100 (maximal vorstellbarer Schmerz) reicht. Auf der Grundlage der regelmäßig vom Patienten notierten Schmerzstärken, lasse sich dann auch ein individuelles Behandlungsziel vereinbaren, das zudem gut überprüfbar sei, berichtete Müller-Schwefe bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie in München.

In Studien wird meist die Halbierung der Schmerzintensität als wichtiges Erfolgskriterium angesehen. Müller-Schwefe betonte jedoch, daß es zwischen dem wissenschaftlich standardisierten Behandlungsziel und dem individuellen Ziel eines Patienten oft erhebliche Unterschiede gebe. Dies habe eine Untersuchung mit über 5000 Patienten mit chronischen Schmerzen bestätigt.

Zu Beginn der Untersuchung lag die von den Patienten auf einer visuellen Analogskala angegebene Schmerzintensität im Durchschnitt bei 62. Als Ziel wollten die Patienten im Schnitt einen Wert von 21 erreichen. Dabei genügte Patienten mit starken Schmerzen eine geringere Schmerzreduktion als solchen mit leichteren Schmerzen. Denn viele Patienten mit chronischen Schmerzen hätten nicht die Illusion, völlige Schmerzfreiheit zu erreichen, sagte Müller-Schwefe.

Die Untersuchung ergab auch, daß durch eine Schmerztherapie nur bei 13 Prozent der Patienten das persönliche Behandlungsziel übertroffen und nur bei 5 Prozent das Ziel einer 50prozentigen Schmerzreduktion erreicht wurde. 83 Prozent hatten trotz Therapie stärkere Schmerzen als erwartet.

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