Ärzte Zeitung, 22.10.2004

Entscheidungshilfe aus dem Internet

Projekt PROSPECT soll helfen, die Schmerztherapie nach einer Op zu optimieren

BERLIN (Rö). PROSPECT ist ein internetgestütztes Projekt, das für häufige chirurgische Verfahren klinische Entscheidungshilfen bietet. Ziel ist, alle Verfahren von der Op-Vorbereitung über die Operation und die Behandlung nach der Operation so zu optimieren, daß die Schmerztherapie optimal ist.

Das Projekt ist jetzt erstmals bei ei- nem Symposium des Unternehmens Pfizer beim Orthopädenkongreß und der Jahrestagung der Unfallchirurgen vorgestellt worden. Das Unternehmen unterstützt das Projekt auch.

PROSPECT bedeutet "Procedure specific postoperative pain management", verfahrensspezifische postoperative Schmerzbehandlung also. Zwar gibt es allgemeine Richtlinien für die postoperative Schmerztherapie, doch seien diese nicht verfahrensspezifisch, so Professor Edmund Neugebauer von der Uni Köln. Postoperative Schmerzen und die Wirksamkeit von Analgetika hängen von der Art des Eingriffs ab und unterscheiden sich von Patient zu Patient.

PROSPECT hat zum Ziel, alle relevanten Informationen und Studiendaten zu dem Thema über das Internet zur Verfügung zu stellen, und zwar für Chirurgen, Anästhesisten, Pflegepersonal, aber auch für die Patienten selbst. Die Daten stammen aus Studien, die nach den strengen Cochrane-Kriterien ausgewählt werden. Berücksichtigt wird auch übertragbare Evidenz aus ähnlichen Verfahren. Aus allen verfügbaren Informationen leiten sich praktische Empfehlungen ab.

Die Arbeitsgruppe, die die Infos zur Verfügung stellt, wird von dem Chirurgen Professor Henrik Kehlet vom Hvidovre-Hospital in Kopenhagen geleitet. Bereits jetzt sind die Themen Cholezystektomie, primärer Hüftgelenkersatz und Hysterektomie aufgenommen. Folgen werden Hüftarthroplastie, Hysterektomie, Kolonresektion, Herniographie und Thorakotomie. Etwa alle sechs Monate soll ein neuer Baustein ins Netz gestellt werden.

PROSPECT steht im Netz unter: www.postoppain.org

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