Ärzte Zeitung, 18.11.2004

Alle Patienten haben ein Recht, daß Schmerzen rasch reduziert werden

Richtlinien des Nationalen Standards Schmerzmanagement / Kontrolle mit Schmerzskalen

MÜNCHEN (wst). Jeder Patient mit akuten oder tumorbedingten chronischen Schmerzen muß schnellstmöglich ein effektives Schmerzmanagement erhalten, mit dem die Schmerzen zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Um dies zu erreichen ist, hat die Expertenkommission "Nationaler Standard Schmerzmanagement in der Pflege" Richtlinien erarbeitet.

Die Richtlinien enthalten konkrete Anweisungen zur Schmerzerfassung und -verlaufskontrolle mit numerischen und visuellen Schmerz-Skalen. Wichtig sei, den Schmerz in Ruhe und während alltäglicher Bewegungsabläufe zu erfassen, so Professor Jürgen Osterbrink aus Nürnberg.

Ziel jeder Schmerztherapie müsse sein, daß maximal eine Schmerzintensität von drei auf einer elfteiligen Skala (0 kein Schmerz, 10 stärkste Schmerzen) zu ertragen ist. Dazu müßten Ärzte und Pfleger die aktuelle medikamentöse und nichtmedikamentösen Schmerztherapie kennen, betonte Osterbrink auf einer von Mundipharma unterstützten Pressekonferenz in München.

Daher bietet das Schulzentrum für Krankenpflegeberufe am Klinikum Nürnberg einen dreimonatigen Fernlehrgang zur Schmerztherapie für Pflegekräfte an.

Derzeit werden Umsetzbarkeit, Akzeptanz und Effektivität der Richtlinien evaluiert.

Informationen zum Nationalen Expertenstandard Schmerzmanagement beim Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege unter www.dnqp.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »