Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Die schmerzende Hüfte – Schauen Sie genau hin!

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 03.03.2005

Mit Stoßwellen gegen Fersenschmerz

Therapie-Erfolg selbst dann, wenn die konservative Behandlung versagt hat

ATLANTA (ner). Mit extrakorporalen Stoßwellen lassen sich die Beschwerden vieler Patienten mit Fersenschmerzen (Plantarfasciitis) sicher und effektiv behandeln, selbst wenn die konservative Therapie versagt hat. Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) sei daher eine Option, bevor operiert werden muß, meinen Orthopäden in den USA.

Dr. John A. Ogden von der Skeletal Educational Association in Atlanta im US-Staat Georgia und seine Kollegen legen dabei Wert auf die Tatsache, daß elektrohydraulisch erzeugte hochenergetische Stoßwellen verwendet werden müssen. Denn elektromagnetische Stoßwellen niedriger Energie hätten sich in früheren Studien als unwirksam herausgestellt.

Ogden und seine Kollegen haben bei 293 Patienten mit seit mindestens sechs Monaten bestehenden und konservativ nicht zu beeinflussenden Fersenschmerzen randomisiert einer ESWT oder einer Scheinbehandlung angewendet (Placebo-Gruppe). Der Erfolg wurde durch einen Arzt beurteilt, dem nicht bekannt war, wer ESWT erhalten hatte und wer nicht (JBJS 86-A, 2004, 2216).

Von den 148 Patienten der Verum-Gruppe war die ESWT bei der Nachuntersuchung nach drei Monaten bei 67 Teilnehmern (47 Prozent) erfolgreich. Dabei war der Erfolg scharf definiert: Die mit einem Dolorimeter gemessenen Schmerzen auf der visuellen Analogskala mußten um mindestens 50 Prozent abgenommen haben, ebenso die Schmerzen bei der Selbsteinschätzung des Patienten.

Zudem hatte die schmerzlose Gehstrecke zugenommen, und es waren zwischen der zehnten und zwölften Woche nach der Behandlung keine Analgetika eingenommen worden. In der Placebo-Gruppe gaben ein Drittel der Patienten eine Verbesserung an.

Daß viele Patienten auch mit einer weniger starken Verbesserung zufrieden waren als von den Orthopäden definiert, zeigte sich, als allen Studienteilnehmern eine erneute ESWT angeboten wurde. In der Placebo-Gruppe nahmen 85 Prozent der Patienten dieses Angebot an, in der Verum-Gruppe dagegen nur etwa 60 Prozent (47 Patienten).

Von diesen Patienten profitierte jeweils wieder die Hälfte signifikant von der Behandlung. Insgesamt hielt der Therapieeffekt bei den meisten Patienten bis zum Studienende nach einem Jahr an, wie Ogden und seine Kollegen berichten. Unerwünschte Effekte oder eine Verschlechterung des Zustandes unter der Therapie wurden nicht beobachtet.

STICHWORT

Extrakorporale Stoßwellentherapie

Bei der ESWT wird mechanische Energie durch die Haut in den Körper eingeleitet. Extrakorporal erzeugte Stoßwellen wurden 1980 erstmals angewendet, um Nierensteine zu zertrümmern. Seit den 1990er Jahren werden zunehmend Anwendungen bei muskuloskelettalen Beschwerden versucht, etwa zur Auflösung von Kalkdepots in der Schulter oder an Sehnenansätzen. Erzeugt werden die Stoßwellen elektrohydraulisch, piezoelektrisch oder elektromagnetisch. Die Art der Stoßwellenerzeugung, die Energiehöhe, die Fokussierung dieser Energie mit Linsen oder Reflektoren sowie weitere physikalische Parameter beeinflussen offenbar die Wirksamkeit bei bestimmten Indikationen. Die biologischen Wirkmechanismen sind weitgehend unbekannt. Unter anderen eine verbesserte Durchblutung wird vermutet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »