Ärzte Zeitung, 29.04.2005

Schnell wieder wach nach moderner Narkose

Nicht nur Anästhesisten wollen, daß Patienten rasch extubiert werden können

MÜNCHEN (wst). Egal, ob ein Patient nach einer Operation am gleichen Tag wieder nach Hause kann oder zunächst im Krankenhaus bleiben soll - gewünscht ist, daß Patienten nach einer Narkose wieder rasch wach werden und extubiert werden können. Das gewährleisten gut steuerbare Anästhetika, die einen raschen Wirkungseintritt, eine zügige Anpassung der Narkosetiefe und ein schnelles, sicheres Aufwachen gewähren.

Nach der endoskopischen Knie-Operation kann der Patient am gleichen Tag wieder nach Hause. Eine Voraussetzung: Das Narkosemittel muß rasch abfluten. Foto: Klaro

Das betonte der Anästhesist Privatdozent Wolfram Wilhelm vom St. Marien-Hospital Lünen auf einer vom Unternehmen Baxter organisierten Veranstaltung beim Anästhesie-Kongreß in München. Die Kombination des Opioids Remifentanil mit dem modernen Inhalationsanästhetikum Desfluran (vom Unternehmen als Suprane® angeboten) bezeichnete Wilhelm als derzeit am besten steuerbare Anästhesie-Alternative, für kurze, lange und besonders auch sehr lange Operationen.

Denn die schnell und kurz wirksamen Substanzen Remifentanil und Desfluran kumulieren auch nach mehrstündiger Applikation nicht nennenswert im Organismus, weshalb postoperative Rückflutungen aus Körpergeweben nicht zu befürchten sind. Damit werden selbst nach zehnstündigen Eingriffen die Patienten rasch wieder wach und können innerhalb weniger Minuten extubiert werden.

Desfluran wird von allen derzeit verfügbaren flüchtigen (volatilen) Anästhetika am schnellsten ausgewaschen. Dies spiegelt sich auch in Ergebnissen einer Vergleichsstudie zwischen Desfluran und dem ebenfalls neuen Inhalationsanästhetikum Sevofluran wider, die Privatdozent Leopold Eberhart von der Universität Marburg vorgestellt hat.

In der Multicenter-Studie waren 362 Patienten mit einer voraussichtlich mehr als 90 Minuten dauernden Operation entweder mit Desfluran oder dem anderen Präparat anästhesiert worden.

Mit 6,3 versus 8,2 Minuten nach Op-Ende konnten die Patienten mit Desfluran-gestützter Narkose signifikant schneller extubiert werden. Auch waren sie signifikant schneller als die Patienten der Vergleichsgruppe in der Lage, ihren Namen und ihr Geburtsdatum zu nennen.

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