Ärzte Zeitung, 15.12.2005

Ein guter Überblick zu Buprenorphin

Buch liefert Infos zum Opioid

HAMBURG (awa). Das OpioidAnalgetikum Buprenorphin gibt es bereits seit den 70er Jahren. Ein neues Lehrbuch faßt nun die Pharmakologie dieser Substanz und deren klinischen Anwendungsgebiete auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse zusammen.

Lange Zeit habe Buprenorphin in der Schmerztherapie wenig Bedeutung gehabt, aber das habe sich mit Einführung der transdermalen Formulierung (Transtec® PRO) im Jahr 2001 geändert, bestätigten Professor Keith Budd aus Menston in Großbritannien und Professor Robert Raffa aus Philadelphia in den USA bei einer Veranstaltung des Unternehmens Grünenthal in Hamburg.

Die beiden Herausgeber des Lehrbuches "Buprenorphine - The Unique Opioid Analgesic" ("Buprenorphin - Das einzigartige Opioid-Analgetikum") wiesen darauf hin, daß das Buch vor allem dazu beitragen soll, Mißverständnisse im Wirkmechanismus von Buprenorphin und teilweise unvollständige oder falsche Kenntnisse über diese Substanz zu berichtigen.

Das neue Buch umfaßt insgesamt elf Kapitel. Diese widmen sich etwa der Pharmakologie und Immunogenität, der Therapie bei akutem, muskolosketalem und neuropatischem Schmerz sowie bei Tumorschmerzen, den Patientengruppen, die besonders empfänglich für unerwünschte Effekte sind oder der transdermalen Formulierung.

Raffa hob hervor, daß Buprenorphin bei der Analgesie keinen Ceiling-Effekt habe. Ceiling-Effekt bedeutet, daß ab einer bestimmten Dosis die Wirkung durch Steigerung der Dosis nicht mehr erhöht werden kann. Bei der Atemdepression gebe es hingegen diesen Effekt und deshalb könne mit diesem Analgetikum ein Atemstillstand nicht ausgelöst werden.

Als weiteren Vorteil nannte Budd das geringe Mißbrauchspotential. So ersetze Buprenorphin mittlerweile Methadon bei der Behandlung Opioid-Abhängiger. Auch bei älteren Patienten, Diabetikern und HIV-Patienten biete sich die Schmerzbehandlung mit Buprenorphin an, da die Substanz nicht über die Nieren, sondern in der Leber über eine Glukuronisierung abgebaut wird und im Vergleich zu anderen Opioiden nicht immunsuppressiv wirkt.

Budd, Keith; Raffa, Robert (Hrsg.): "Buprenorphine - The Unique Opioid Analgesic". Pharmacology and Clinical Application, Thieme, Stuttgart, 2005, 160 Seiten, 23 Abb., 39.95 Euro, ISBN 3-13-134211-0 (GTV) / ISBN 1-58890-432-6-(TNY)

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