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Antidepressivum reduziert neuropathische Schmerzen

BERLIN (ugr). Duloxetin wirkt nicht nur gegen Depressionen, sondern auch gegen periphere neuropathische Schmerzen. Besonders bei einer diabetischen Polyneuropathie lindert die Substanz die Beschwerden deutlich.

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28 Prozent aller Diabetespatienten und 13 Prozent der Patienten mit einer pathologischen Glukosetoleranz haben neuropathische Schmerzen. Die Schmerzen beruhen auf einer dauerhaften Störung in der Signalverarbeitung, die wahrscheinlich durch hohe Blutzuckerspiegel verursacht worden ist. Darauf hat Professor Dan Ziegler vom Diabetes Zentrum Düsseldorf hingewiesen.

Duloxetin (Cymbalta®), ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wirkt auf die Schmerzverarbeitung. Bekannt ist ja, daß die beiden Neurotransmitter über absteigende, hemmende Bahnen des limbischen Systems an der Regulation des Schmerzempfindens beteiligt sind - sie wirken schmerzlindernd. Die Substanz hemmt selektiv die Wiederaufnahme dieser beiden Neurotransmitter in die Nervenzellen.

Ziegler stellte in Berlin bei einem Symposium der Unternehmen Lilly und Boehringer Ingelheim die Ergebnisse von drei Studien mit insgesamt mehr als 1000 Patienten mit neuropathischen Schmerzen vor. Der größte Teil der Studienteilnehmer waren Typ-2-Diabetiker.

Die Schmerzintensität wurde mit Hilfe einer elf Punkte umfassenden Likert-Skala ermittelt ( elf Punkte bedeutet starker Schmerz). Zu Beginn gaben die Patienten ihre Schmerzstärke mit 5,7 bis 5,9 Punkten an. Sie bekamen drei Monate lang ein oder zweimal täglich 60 mg Duloxetin oder Placebo.

"In allen Studien gingen mit Duloxetin die Schmerzen bereits in der ersten Behandlungswoche deutlich und lang anhaltend zurück", sagte Ziegler. Die Werte auf der Likert-Skala sanken nach zwölf Wochen je nach Dosierung zwischen 2,5 und über 3 Punkten.

Die Schmerzwerte sanken um mindestens 30 Prozent bei 63 Prozent der Patienten mit einmal täglich 60 mg Duloxetin, bei 69 Prozent der Patienten mit zweimal 60 mg und bei 42 Prozent mit Placebo. Um mehr als 50 Prozent wurden die Schmerzen bei 53 Prozent der Patienten reduziert, die die höhere Dosierung einnahmen. Mit Placebo war dies bei 27 Prozent möglich.

Die häufigsten unerwünschten Effekte waren Übelkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Obstipation und Müdigkeit. Ziegler empfahl, bei solchen Effekten die Dosis einige Tage auf 30 mg täglich zu reduzieren. Klinisch relevante Erhöhungen von Blutdruck, Puls oder Gewicht wurden nicht beobachtet.

Ein statistisch signifikant Anstieg des Nüchternblutzuckers, nicht aber des HbA1c-Wertes, sei beobachtet worden. Das Antidepressivum Duloxetin ist seit Juli 2005 auch zur Therapie bei diabetischer Neuropathie zugelassen.

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