Ärzte Zeitung, 31.07.2006

Musik zu hören - das allein kann chronische Schmerzen lindern

Schmerzpatienten durch Musik auch weniger depressiv / Art der Musik ist egal

CLEVELAND (ug). Eine Stunde pro Tag Musik zu hören kann schon nach einer Woche deutlich chronische Schmerzen lindern. Außerdem berichteten Schmerzpatienten in einer Studie aus Cleveland im US-Staat Ohio, daß sie sich durch die Musik sehr viel weniger depressiv fühlten. Welche Musik die Versuchsteilnehmer hörten, war dabei fast egal.

Versunken in Musik: Eine Stunde pro Tag über Kopfhörer Musik zu hören kann Schmerzpatienten das Leben erleichtern. Foto: imago

60 Schmerzpatienten - Durchschnittsalter 50 Jahre - nahmen an der Studie von Dr. Sandra L. Siedlecki von der Cleveland Clinic Foundation und ihren Kollegen teil (Journal of Advanced Nursing, 54.5, 2006, 553).

Die meisten litten seit durchschnittlich sechseinhalb Jahren an Arthrose oder Rheumatoider Arthritis. Sie wurden drei Gruppen zugeteilt: Die Patienten der einen Gruppe hörten täglich eine Stunde über Kopfhörer ihre Lieblingsmusik. Die in der zweiten Gruppe konnten aus fünf Kassetten mit Entspannungsmusik wählen. Die dritte Gruppe diente als Kontrolle, sie hörten keine Musik.

Alle Patienten führten ein Schmerztagebuch und bewerteten die Stärke ihrer Schmerzen anhand einer Skala von 0 bis 10. Vor der Studie lag der Durchschnitt knapp unter 6 (Maximum: 9). Außerdem wurde die Depression auf der CES-D-Skala gemessen.

In den Musik-Gruppen waren die Schmerzen nach einer Woche deutlich gesunken: um durchschnittlich 21 Prozent (von 6,43 auf 5,65 und von 7,20 auf 6,04). In der Kontrollgruppe waren sie um ein bis zwei Prozent gestiegen (von 6,99 auf 7,07).

Die Werte für Depression lagen in den Musik-Gruppen 19 bis 25 Prozent unter denen der Kontrollgruppe. Zwischen den Musik-Gruppen gab es kleine Unterschiede, die aber nicht statistisch signifikant waren.

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