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Schmerzmittel-Wechsel kann Probleme machen

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Das Umstellen von chronisch Schmerzkranken mit stabiler Schmerztherapie auf andere Präparate ist nicht immer erfolgreich. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Harry Kletzko von der Deutschen Schmerzliga bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main vorgestellt hat.

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In der Untersuchung sind Patienten zum Thema "Umstellung auf ein Generikum" befragt worden. Von 842 Patienten, die den Fragebogen zurückschickten, waren 249 (29 Prozent) von einem Originalpräparat auf ein Generikum umgestellt worden. Bei 79 Prozent waren die Kosten der Grund.

Das neue Mittel linderte zwar bei jedem Zweiten die Schmerzen ebenso wie das alte. Aber 43 Prozent hatten stärkere Schmerzen als vorher. Und chronisch Schmerzkranke sind - selbst bei erfolgreicher Therapie - kaum je völlig schmerzfrei, so Kletzko. Der restliche Schmerz beträgt auf einer Skala von Null bis Zehn (stärkster Schmerz) meist etwa drei Punkte.

In der Umfrage waren die neuen Präparate bei keinem Patienten besser als die vorherigen. Dafür hatte jeder fünfte Patient mehr oder stärkere unerwünschte Wirkungen als vorher. Trotzdem befürworten es zwei Drittel prinzipiell, aus Kostengründen auf ein Generikum zu wechseln. Voraussetzung: gleiche Wirkung ohne stärkere unerwünschte Wirkungen.

Klappt das nicht, sollte das ursprüngliche Präparat wieder eingesetzt und die Rückumstellung dokumentiert werden, so der Schmerztherapeut bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer. Er warnt zudem davor, sich vom Sparzwang zum dauernden Wechsel verleiten zu lassen, je nachdem, was gerade weniger kostet: Das verunsichert die Patienten und zerstört die Compliance.

Vorsicht ist speziell bei alten Patienten wichtig. Denn die Dosis muß für die optimale Wirkung und Verträglichkeit beim Umstellen häufig herausgefunden werden. In dieser Phase dringen die Schmerzen oft noch stärker durch. Und bei alten Menschen muß man, wegen unterschiedlicher Medikamenten-Resorption, besonders langsam vorgehen. Da wird die Umstellung schnell zur ethischen Frage. Das gilt auch bei schwer einstellbaren Patienten, deren Therapie-Erfolge mühsam erarbeitet sind.

So half bei einem 57jährigen Mann mit chronisch radikulärer Lumbalgie und Polyarthritis erst die Einstellung auf Valoron® N retard 150 mg dreimal täglich. Allein für diesen letzten Versuch waren acht Wochen nötig, in denen seine Schmerzen von der Stufe sechs bis acht auf drei bis vier zurückgingen.

"Hier noch einmal umzustellen, wäre verantwortungslos", betont Dr. Wolfgang Sohn aus Schwalmtal. Er weiß aus seiner Praxis, wie häufig Umstellungsprobleme sind: Beim Wechsel etwa Tilidin plus Naloxon zum Generikum hatte bei ihm jeder dritte Patient Probleme.



STICHWORT

Schmerzliga

Die Deutsche Schmerzliga (www.schmerzliga.de) setzt sich für die Millionen von Menschen in Deutschland ein, die chronische Schmerzen haben. Zusammen mit der Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie hat die Liga die Initiative Schmerzmessen gegründet. Auf www.schmerzmessen.de gibt es etwa Schmerzskalen. (eb)

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