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Intervalle bei Opioidtherapie oft zu lang

FRANKFURT / MAIN (mar). Kommt es bei Patienten mit chronischen Schmerzen unter der Langzeittherapie mit einem Retardopioid häufiger am Tag zu Durchbruchschmerzen, kann dies ein Indiz für eine nicht ausreichende Dosierung sein. Diese Patienten benötigen dann eine höhere Dosierung ihrer Langzeittherapie.

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Bei etwa 60 Prozent der Tumorschmerz-Patienten komme es unter Opioid-Dauertherapie zu Durchbruchschmerzen, so der Pharmakologe Dr. Kuno Güttler von der Universität Köln. Solche Schmerzspitzen entwickeln innerhalb von drei Minuten eine hohe Intensität und dauern bei mehr als 70 Prozent der Betroffenen maximal 30 Minuten an.

Nur bei etwa einem Viertel der Patienten mit Durchbruchschmerzen treten diese spontan, also ohne nachvollziehbare Ursache auf. Daran erinnerte der Schmerzexperte bei einem Expertentreffen zur oralen Opioidtherapie, zu dem das Unternehmen SocraTec CSC eingeladen hatte. Bei etwa 55 Prozent der Patienten komme es unter Belastung zu Schmerzspitzen, etwa bei der Mobilisation oder Physiotherapie, bei der Defäkation oder beim Wasserlassen.

Bei etwa 30 Prozent der Patienten nehmen die Schmerzen am Ende des Dosierungsintervalls zu ("End-of-dose"-Schmerz). Im Gegensatz zu den Durchbruchschmerzen im engeren Sinne nimmt beim "End-of-dose"- Schmerz die Schmerzintensität allmählich zu.

Für viele Patienten seien die von den Herstellern angegebenen Dosierungsintervalle der Retardopioide zu lang. Darauf wies Privatdozent Rainer Sabatowski, Leiter des Schmerzzentrums der Uniklinik Dresden bei der von Janssen-Cilag unterstützten Veranstaltung hin.

Zur Therapie bei Durchbruchschmerzen wird im Allgemeinen ein schnell wirksames Opioid als Bedarfsmedikation empfohlen. Jedoch könne eine zu häufige Anwendung nach Bedarf wegen der Möglichkeit einer Gewöhnung problematisch sein, erinnerte Sabatowski. Bei Patienten mit mehr als vier bis sieben Durchbruchschmerz-Episoden pro Tag sollte man prüfen, ob nicht eine Anpassung der Langzeittherapie angebracht ist, empfahl Güttler.

Nur wenige Daten gebe es bislang dazu, wie hoch die optimale Opioiddosis für die Bedarfstherapie bei Durchbruchschmerzen gewählt werden sollte, hieß es in der Expertenrunde. Zwar werde hierfür allgemein ein Sechstel der Opioid-Tagesdosis pro Durchbruchschmerz-Episode empfohlen. Ob dies allerdings wirklich die richtige Dosis ist, oder ob man möglicherweise mit geringeren Dosierungen auskomme, müsse weiter untersucht werden.

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