Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Krebs verringert Trias neuropathische Schmerzen

BERLIN (djb). Chronische Schmerzen bei Tumorpatienten bestehen häufig aus einem Nebeneinander von nozizeptiven und neuropathischen Schmerzkomponenten (mixed pain). Das hat Professor Ralf Baron aus Kiel beim Deutschen Schmerzkongress betont. Gegen die einzelnen Schmerzkomponenten muss unterschiedlich therapiert werden.

Veröffentlicht:

Epidemiologischen Untersuchungen zufolge treten Knochen- und Weichteilschmerzen bei 35 Prozent der Tumorpatienten auf, viszerale Schmerzen bei 17 Prozent und neuropathische Schmerzen bei neun Prozent. Bei 39 Prozent liegen mehrere Schmerzkomponenten vor.

Nozizeptive Schmerzen werden zum Beispiel durch mechanischen Druck und die wachsende Kapselspannung innerer Organe aufgrund des Tumorwachstums sowie durch Entzündungsmediatoren und Ischämie ausgelöst. Knochenmetastasen verursachen Schmerzen durch Reizung des Periosts und durch die Aktivierung nozizeptiver Nerven im Knochenmark.

Neuropathische Schmerzen durch Nervenläsion bei Op

Fragebogen hilft, den Charakter von Schmerzen zu klären.

Neuropathische Schmerzen können durch Nervenverletzung bei der Operation oder Strahlentherapie oder auch durch eine Chemotherapie verursacht werden. So zählen etwa Polyneuropathien zu den häufigsten Nebenwirkungen von Taxolen, Platin-Substanzen oder Vinca-Alkaloiden, berichtete Baron. Außerdem sind die Kompression oder Infiltration von Nervenstrukturen durch den Tumor oder durch Metastasen ein häufiger Auslöser. Sensible oder auch motorische Ausfälle sowie erhöhte Reizbarkeit in den schmerzhaften Arealen weisen auf eine Nervenschädigung hin. Charakteristisch sind Allodynie und Hyperalgesie.

Grundlage der Tumorschmerztherapie ist das WHO-Stufenschema. Mixed pain erfordert ein duales Vorgehen. Bei neuropathischen Schmerzen hat sich eine Behandlungstrias aus Opioiden, Antidepressiva und Antikonvulsiva mit membranstabilisierender Wirkung wie Pregabalin (Lyrica®) bewährt, betonte Baron bei einer vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung. NSAR haben dagegen kaum Wirkung.

Um den Anteil neuropathischer Schmerzen an den Gesamtschmerzen besser abzuschätzen, könne der Patienten-basierte Fragebogen painDETECT® als Screening-Instrument eingesetzt werden, so Baron. Mit einer Sensitivität und Spezifität von über 80 Prozent liefert der Fragebogen Hinweise auf eine neuropathische Schmerzkomponente.

Mehr zum Thema

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München

Bessere Wirksamkeit, weniger Therapieabbrüche

Migräneprophylaxe: Gepant schlägt Topiramat im direkten Vergleich

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Cardisio

© oxyven

Oxyven

Intravenöse Sauerstofftherapie mit Applimed-O2 1000

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Ansprechen untersucht in unabhängigen radiologischen Reviews nach RECIST-v1.1-Kriterien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [13]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: ASTRUM-005-Studie: Finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

Serplulimab beim ES-SCLC

Aus Evidenz wird eine starke Leitlinienempfehlung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Accord Healthcare GmbH, München
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Eine Frau leidet unter Schwindel, hält sich mit der einen Hand an der Tür fest und ihre andere Hand liegt auf der Stirn.

© Tunatura/stock.adobe.com

Neurologin gibt Tipps

So gehen Sie bei Schwindel richtig vor