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Ärzte Zeitung, 01.07.2009

Fersenschmerz durch Zyste im Knie

Eine Patientin klagt über anhaltende Schmerzen an Ferse und Fußsohle. Eine Zyste in der Kniekehle wurde als Ursache identifiziert.

Von Thomas Meißner

In der Magnetresonanz-
tomografie des linken Unterschenkels ist die Baker-Zyste deutlich zu erkennen. Foto: Yaldizli, Coco, Hundsberger, Tettenborn, St. Gallen

Bei Fersen- und Fußsohlenschmerzen untersucht man gemeinhin nicht als erstes das Knie des jeweiligen Beines. Doch genau dort wurden Neurologen bei einer 54-jährigen Frau mit anhaltenden Fußbeschwerden fündig - nach recht aufwendiger Diagnostik.

Bereits seit zwei Monaten klagte die Frau über intermittierende ziehende Schmerzen an der linken Ferse und Fußsohle. Zudem beschrieb sie in dieser Region ein Taubheitsgefühl, wie Dr. Özgür Yaldizli und seine Kollegen vom Kantonsspital St. Gallen berichten (MMW 19, 2009, 5). Ab und zu habe sie Rückenschmerzen, ischialgiforme Beschwerden bestanden jedoch nicht.

Physiotherapie und Diclofenac hatten die Beschwerden nicht verringert. Die Magnetresonanztomografie (MRT) der Lendenwirbelsäule ergab degenerative Veränderungen und Bandscheibenprotrusionen in mehreren Segmenten. Jedoch konnten die Neurologen Nervenwurzelkompressionen mit einer lumbalen Myelografie und einer CT-Myelografie ausschließen. Schließlich wurde man auf ein leichtes Druckgefühl in der Kniekehle aufmerksam.

Bei der klinischen Untersuchung ergab sich eine leichte Fußsenkerparese sowie Hypästhesie der Fußsohle links. Der Achillessehnenreflex war erloschen. Beim Palpieren der Kniekehle war dann eine golfballgroße Zyste zu tasten. Diagnose: Baker-Zyste. Sie hatte einen partiellen Leitungsblock des Nervus tibialis ausgelöst, wie die motorische Neurografie bestätigte, und zwar am Abgang des Nervus suralis. Dies bestätigten die Kollegen schließlich mit einer MRT des Unterschenkels und des Knies.

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