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Bei Fibromyalgie: aerobes Ausdauertraining

Der Nutzen eines regelmäßigen aeroben Ausdauertrainings bei Fibromyalgiesyndrom ist in mehreren Studien gesichert. Dadurch nehmen die Symptome deutlich ab.

Von Werner Stingl Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Bei Patienten mit Fibromyalgiesyndrom beruht der langfristige Behandlungserfolg vor allem auf nicht-medikamentösen Strategien.

Ätiologie und Pathogenese des Fibromyalgiesyndroms sind noch weitgehend unklar. Bekannt ist jedoch, dass die mit der Erkrankung einhergehenden chronischen Schmerzen durch physische und psychosoziale Stressoren (etwa Probleme im Beruf, in der Partnerschaft oder Familie) verstärkt werden können. Wichtig ist daher, Betroffene und ihre Familien über die Erkrankung aufzuklären und ihnen die oft vorherrschende Angst zu nehmen, es handele sich um eine lebensgefährliche Erkrankung.

Ziel des Gesprächs sollte auch sein, den Patienten vom Stigma eines Simulanten oder Hypochonders zu befreien, so Dr. Andreas Winkelmann von der LMU München. Hohen Stellenwert in der Therapie bei Fibromyalgie-Patienten haben nicht-medikamentöse Verfahren wie aktive und passive Physiotherapie, Entspannungsübungen, Stressbewältigungstraining und kognitive Verhaltenstherapie. Bei guter Patientenadhärenz seien Medikamente meist nur befristet und manchmal auch gar nicht notwendig, so Winkelmann beim 3. Europäischen Schmerzkongress in München.

Inzwischen in mehreren Studien gesichert sei der Nutzen eines regelmäßigen aeroben Ausdauertrainings. Mit dreimal wöchentlich einer Stunde Ausdauertraining konnte eine deutliche Besserung der Symptome erzielt werden, berichtete Winkelmann. Wichtig ist, dass dieses Training dem individuellen Leistungsvermögen angepasst ist und langsam gesteigert wird. Sportliche Überforderung muss vermieden werden, da diese die Beschwerden verschlimmern kann. Deshalb sollte der Patient nach Beendigung einer Trainingseinheit das Gefühl haben, er hätte eigentlich noch mehr gekonnt.

Gewählt werden sollten möglichst gelenkschonende Ausdauersportarten, die durch "runde" Bewegungen und geringe punktuelle Kraftbelastungen charakterisiert sind. Hierzu gehören etwa Schwimmen, Aquajogging, Radfahren (in eher niedriger Übersetzung), Nordic Walking, Skilanglauf oder Ergometertraining.

Fibromyalgiesyndrom

Die Patienten berichten über chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen. Die Schmerzen sind meist mit anderen körperbezogenen Symptomen wie Druckschmerzempfindlichkeit, Steifigkeits- und Schwellungsgefühl der Hände, der Füße und des Gesichts assoziiert sowie mit Müdigkeit, Schlafstörungen, Ängstlichkeit und Depressivität.

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