Ärzte Zeitung, 03.03.2010

Kommentar

Auf die Kraft der Gedanken setzen

Von Thomas Müller

Chronische Schmerzen sind nicht nur ein körperliches Leiden, sie sind auch - und manchmal vor allem - ein psychophysiologisches Problem. Wer das vergisst und nur auf Analgetika setzt, wird bei Patienten mit chronischen Schmerzen keinen langfristigen Erfolg haben.

Aber auch eine gelegentliche Physiotherapie mit wohltuenden Massagen bringt nach aktuellen Studiendaten nur wenig, wenn sie nicht in ein multimodales Konzept eingebunden ist, in der es auch eine psychologische Betreuung gibt, die hilft, eine verzerrte Schmerzwahrnehmung zu korrigieren. Solche Therapiekonzepte sind in der Tat aufwändig, aber oft die einzige Möglichkeit, chronischen Schmerz zu lindern.

Noch besser wäre es natürlich, eine Chronifizierung zu verhindern. Auch dabei können Ärzte viel tun, etwa indem sie bei Rückenschmerzen nicht gleich das gesamte diagnostische und therapeutische Instrumentarium auspacken und so die Krankheitswahrnehmung verstärken. Auch hier gibt es Studien, nach denen es zunächst besser ist, den Ball flach zu halten und zu schauen, dass sich die Patienten viel bewegen statt schonen.

Wichtig dabei bleibt allerdings, den Schmerz ernst zu nehmen - wenn auch psychisch beeinflusst, so wird er von Patienten doch ganz real empfunden.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Chronischen Schmerz überlisten statt betäuben

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »