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Wie wirkt Akupunktur? Eine heiße Spur führt zu Adenosin

ROCHESTER (ner). Körpereigenes Adenosin ist der Grund dafür, warum Akupunktur schmerzlindernd wirkt. Unter der Prozedur wird lokal vermehrt Adenosin ausgeschüttet, das dann an spezifische Rezeptoren bindet.

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Das regelmäßige Drehen der Nadeln scheint für den analgetischen Effekt der Akupunktur essenziell zu sein.

Das regelmäßige Drehen der Nadeln scheint für den analgetischen Effekt der Akupunktur essenziell zu sein.

© Max Tactic / fotolia.com

Das haben Dr. Maiken Nedergaard vom Center for Translational Neuromedicine an der University of Rochester, New York, und ihre Kollegen in mehreren Versuchsreihen mit Mäusen herausgefunden. Bekannt ist, dass die mechanische oder elektrische Stimulation sowie Hitze die Freisetzung von ATP (Adenosintriphosphat) triggern, so Nedergaard in "Nature Neuroscience online". ATP wird extrazellulär rasch zu Adenosin abgebaut. Adenosin wiederum wirkt als Analgetikum, indem es an A1-Adenosin-Rezeptoren auf nicht myelinisierten C-Fasern bindet.

Und genau dies bewirkt offenbar auch die Akupunktur mit Rotation der Nadel alle fünf Minuten für insgesamt 30 Minuten. Bei Mäusen sahen die Neurowissenschaftler unter dieser Prozedur einen starken Konzentrationsanstieg extrazellulärer Purine in unmittelbarer Umgebung der Nadel, darunter Adenosin. Im Mausmodell konnten sowohl inflammatorische als auch neuropathische Schmerzreize signifikant gelindert werden.

Um sicher zu gehen, dass Adenosin der analgetische Mediator des Akupunktureffekts ist, hatten Goldman und ihre Kollegen bei einigen Mäusen keine Akupunktur ausgeführt, sondern Adenosin am Schmerzort appliziert - mit demselben Effekt. Mehr noch: Sie waren in der Lage, die schmerzlindernde Wirkung der Akupunktur von bis zu anderthalb Stunden auf drei bis dreieinhalb Stunden zu verlängern, indem sie den enzymatischen Abbau von Adenosin blockierten. Dazu nutzten sie Deoxycoformycin (Pentostatin), ein Antimetabolit und Antibiotikum, das in die Nukleinsäuresynthese eingreift und zum Beispiel bei Haarzell-Leukämien angewendet wird.

Zudem konnten sie eine direkte zentrale Wirkung von Adenosin im Gehirn ausschließen. Denn Schmerzreize an der kontralateralen Extremität wurden nicht verhindert. Bei Knockout-Mäusen ohne A1-Rezeptoren blieb die Akupunktur wirkungslos. Außerdem ist das regelmäßige Drehen der Nadel für den Effekt wichtig, sonst bleibt er aus.

"Es ist klar, dass Akupunktur eine ganze Reihe verschiedener Mechanismen aktivieren kann", sagte Dr. Josephine P. Briggs, an den National Institutes of Health (NIH) der USA zuständig für Komplementärmedizin, in einem Kommentar auf der Internetseite der Universität. Sie sieht Adenosin als einen neu entdeckten Kofaktor bei der Akupunkturwirkung an, etwa neben zentralen Effekten mit verstärkter Endorphin-Ausschüttung.

Lesen Sie dazu auch: Akupunktur ist mehr als reines Placebo

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