Ärzte Zeitung, 17.06.2010

Schmerzen - die tägliche Last vieler Rheumatikerinnen

Betroffene versuchen Schmerzen zu verheimlichen

ROM (gvg). Fast drei von vier Frauen mit Rheumatoider Arthritis (RA) haben täglich Schmerzen. Die europäische Rheumaliga EULAR appelliert, bei der Therapie den Fokus stärker auf die Schmerzen zu richten.

Schmerzen - die tägliche Last vieler Rheumatikerinnen

Schmerzen gehören für viele Frauen mit Rheumatoider Arthritis leider zum Alltag.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

"Wir waren erstaunt, wie viele Frauen täglich Schmerzen haben, obwohl drei von vier Befragten angaben, Schmerzmedikamente zu nehmen", sagte Dr. Vibeke Strand aus Stanford in den USA bei der Jahrestagung EULAR 2010 in Rom. "Schmerz ist für Frauen mit RA trotz aller Therapien das absolut dominierende Thema."

Die von Strand beim Kongress präsentierten Daten einer Online-Umfrage beziehen sich auf knapp 2000 Frauen, die den Fragebogen im Sommer 2009 ausgefüllt haben. Im Privaten gaben 68 Prozent der Frauen an, dass sie versuchten, Schmerzepisoden vor ihren Angehörigen zu verheimlichen. Und 22 Prozent derer, die geschieden oder getrennt lebten, sagten, dass die RA eine der Ursachen der Trennung gewesen sei. "Diese Daten unterstreichen erneut, dass wir alles tun müssen, um die Schmerzen bei unseren Patienten in den Griff zu kriegen", betonte EULAR-Präsident Paul Emery von der Universität Leeds.

Auch die Auswirkungen auf das Berufsleben sind erheblich: Von jenen rund 1100 Frauen der Umfrage, die arbeiteten, berichteten 71 Prozent, dass ihre Produktivität am Arbeitsplatz eingeschränkt sei. Bei jeder vierten Betroffenen war die RA der Grund dafür, dass sie ihren Job aufgeben musste. 17 Prozent gingen krankheitsbedingt in Teilzeit. Initiiert wurde die Umfrage von der zur EULAR gehörenden Patientenorganisation PARE (People with Arthritis/Rheumatism in Europe). Es handelte sich um eine Online-Befragung von insgesamt 27 459 Frauen in sieben Ländern, darunter Deutschland.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »