Ärzte Zeitung, 23.09.2011

Führen Schmerzen im Kindesalter zu Überempfindlichkeit?

HAMBURG (eb). Chronische Schmerzen bei Erwachsenen könnten auf frühe kindliche Schmerzerfahrungen zurückgehen.

"Tierversuche zeigen, dass schmerzhafte Verletzungen in der Zeit nach der Geburt lebenslang zu einer Schmerzüberempfindlichkeit nicht nur des betroffenen Areals, sondern auch insgesamt, führen können", wird Professor Christiane Hermann aus Gießen in einer Mitteilung zum Europäischen Schmerz-Kongress in Hamburg zitiert.

In gleicher Weise gehe aus klinischen Studien mit Kindern hervor, dass zum Beispiel Operationen im Säuglingsalter später zu verstärkten Schmerzreaktionen auf Routine-Stimuli wie Impfungen führten, so Hermann.

Frühe Schmerzerfahrung wirken bis ins Erwachsenenalter

Aktuelle epidemiologische Daten belegten, dass die Folgen von Schmerzerfahrungen in der frühen Kindheit bis ins Jugend- und Erwachsenenalter hineinwirken können.

Hermann: "Das soll keiner Panik Vorschub leisten, denn wir kennen auch Faktoren, die solche Konsequenzen abpuffern können. Trotzdem sollten wir Kindern risikoerhöhende Erfahrungen nach Möglichkeit ersparen."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »