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Schon Siebenjährige ritzen sich selbst

Manche Jugendliche fügen sich Schmerzen zu, um Spannungen abzubauen - das war bekannt. Jetzt zeigt eine US-Studie: Schon manche Kinder verletzen sich bewusst selbst.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Selbstverletzung mit der Rasierklinge. Zu solchen Methoden greifen vor allem Mädchen.

Selbstverletzung mit der Rasierklinge. Zu solchen Methoden greifen vor allem Mädchen.

© Anneka/shutterstock.com

DENVER. Das Ritzen, Schneiden und Schlagen des eigenen Körpers beginnt schon früh in der Kindheit.

Während in der Anfangszeit kaum Geschlechtsunterschiede bestehen, haben mit 16 Jahren dreimal so viele Mädchen wie Jungen Erfahrungen mit Selbstverletzungen.

Einer US-amerikanischen Studie zufolge greifen weibliche Jugendliche außerdem zu anderen Methoden, um Anspannung und Frust zu entkommen.

Selbstverletzungen sind keine neuartige Erscheinung. Erste Berichte stammen aus dem fünften Jahrhundert vor Christus und sind in verschiedenen Glaubensrichtungen auch als religiös motivierte Handlungen bekannt geworden.

Dabei fügen sich die Akteure heftige Verletzungen und große Schmerzen zu. In den USA greifen nach Studien zwischen 7 und 23 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu solchen Mitteln, um Dampf abzulassen.

Ob nichtsuizidale Selbstverletzungen auch schon in jüngerem Alter vorkommen, wollten US-Forscher herausfinden und haben dazu 665 amerikanische Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren befragt (Pediatrics 2012; online June 11).

Acht Prozent der Kinder und Jugendlichen berichteten über eigene Erfahrungen mit nichtsuizidalen Selbstverletzungen. Bei ungefähr jedem Dritten handelte es sich um eine einmalige Sache.

Mädchen griffen eher zu Messern

Das Spektrum der Verletzungen reichte vom Schneiden und Ritzen sowie Verbrennen der Haut über das Einritzen und Einstechen von Mustern und Selbsttätowierungen bis hin zur Selbstgeißelung.

Aber die Teilnehmer bissen sich auch, zogen sich schmerzhaft an den Haaren, rannten gegen Wände und warfen sich auf scharfe Gegenstände.

Während das Schlagen insgesamt eher eine Methode der Jungen (55 versus 42 Prozent) war, hantierten die Mädchen (64 versus 15 Prozent) auffallend häufiger mit Messern.

Mit zunehmendem Alter traten die Geschlechtsunterschiede immer deutlicher hervor. In der dritten Klasse brachten sich Jungs etwas häufiger als Mädchen selbst Verletzungen bei (8,5 versus 6,8 Prozent), in der neunten Klasse dagegen hatten sich die Quoten eindeutig umgedreht (19 Prozent Mädchen versus 5 Prozent Jungen).

Das Fazit der Autoren lautet: Diese erste Studie mit jüngeren Kindern habe ergeben, dass die nichtsuizidalen Selbstverletzungen nicht nur ein Problem bei Jugendlichen sind.

Außerdem wurden Geschlechtsunterschiede deutlich. Die Daten der amerikanischen Studie sind ähnlich wie in der europäischen CASE-Studie aus dem Jahr 2008.

Sie belegt, dass sich in Europa vier bis zehn Prozent der 15- bis 16-Jährigen selbst Verletzungen beibringen. Auch hier waren weibliche Jugendliche häufiger betroffen als männliche.

Quelle: www.springermedizin.de

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