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Schmerzgedächtnis

Kalzium macht Nervenzellen empfindlich

Neurobiologen fanden einen Schlüsselmechanismus bei der Genese chronischer Schmerzen.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG Bei chronischen Schmerzen bewirkt Kalzium in den Nervenzellen, dass mehr Kontakte zu anderen schmerzleitenden Nervenzellen geknüpft werden, fanden Heidelberger Forscher. Folglich reagieren die Neurone dauerhaft empfindlicher auf schmerzhafte Reize.

Mit diesen Vorgängen im Rückenmark lässt sich erklären erstmals, wie es zur Ausbildung des Schmerzgedächtnisses kommt, so eine Mitteilung der Uni Heidelberg. Das eröffne neue Perspektiven für die Therapie bei chronischen Schmerzen.

Bei heftigen oder anhaltenden Schmerzen gelangt so viel Kalzium in die Zellen, dass es in den Zellkern transportiert wird. Hier reguliert es, welche Gene aktiviert oder deaktiviert werden.

Mäuse, in deren Nervenzellen die Wirkung des Kalziums im Zellkern blockiert wurde, entwickelten trotz chronischer Entzündung keine Überempfindlichkeit gegen Schmerzreize und kein Schmerzgedächtnis.

Unter den von Kalzium regulierten Genen fanden die Forscher eine Familie (Complement System), die bisher nur mit Entzündung in Verbindung gebracht wurde. In Rückenmarkneuronen begrenzt sie den Vernetzungsgrad und damit die Intensität der Signalübertragung.

Wird sie von Kalzium deaktiviert, bilden sich zusätzliche Synapsen, die Zelle wird empfindlicher (Neuron 2013; 77 (1): 43-57). (eb)

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