Ärzte Zeitung, 05.11.2007

Homöopathie bei Gelenkschmerzen

Fortbildungsveranstaltung der "Ärzte Zeitung" / Indikationsbezogene Therapie mit homöopathischen Mitteln

STUTTGART (ug). Ärzte, die in die Homöopathie einsteigen, haben schnell Erfolg, wenn sie Arzneimittel nach der indikationsbezogenen Homöopathie einsetzen. Das gilt für akute Krankheiten und auch für Exazerbationen chronischer Erkrankungen.

 Homöopathie bei Gelenkschmerzen

Dr. Andreas Wacker: Modalitäten führen am klarsten zum passenden homöopathischen Arzneimittel.

Foto: ug

Um das am besten passende Mittel zu finden, werden die lokalen Symptome, der Auslöser und die Modalitäten berücksichtigt, also Bedingungen, unter denen die Beschwerden besser oder schlechter werden.

Am Beispiel akuter Gelenkschmerzen führte Dr. Andreas Wacker, in Mannheim als Arzt mit Schwerpunkt Homöopathie niedergelassen, in die indikationsbezogene Homöopathie ein. Auf der Fortbildungsveranstaltung "Homöopathie für die tägliche Praxis", die die "Ärzte Zeitung" in Stuttgart ausgerichtet hat, stellte er "Goldkörner" vor: Mittel, die sich bei akuten Gelenkschmerzen bewährt haben. Wacker setzt auf die Potenz D12. Entscheidend seien die Modalitäten. "Modalitäten sind unsere Freunde, weil sie am klarsten zum Arzneimittel führen", sagte Wacker.

Am deutlichsten wird das bei Rhus toxicodendron, einem bewährten Mittel bei akuten Gelenkschmerzen. Zu Anfang der Bewegung ist das Gelenk (häufig die Schulter) steif und schmerzhaft, bei fortgesetzter Bewegung lassen die Schmerzen in kurzer Zeit nach. In diesem Fall setzt man nur auf ein Mittel: Rhus toxicodendron. Weitere Charakteristika sind Verlangen nach kalter Milch und ausgeprägte Ruhelosigkeit.

Gegenspieler von Rhus toxicodendron ist Bryonia. Auch hier geben die Modalitäten einen Hinweis. Die Beschwerden bessern sich in Ruhe. Die kleinsten Bewegungen dagegen verschlimmern die Schmerzen, deshalb haben die Patienten eine Abneigung gegen Bewegung. Typisch sind außerdem stechende Schmerzen. Das schmerzhafte Gelenk (oft das Handgelenk) ist nicht gerötet, kann aber geschwollen sein.

Auch der Auslöser hilft bei der Wahl des passenden Mittels. Wenn die Patienten angeben, eine "dumme" oder "ungewohnte Bewegung" habe die Gelenkschmerzen ausgelöst, deutet das auf Bryonia.

Sind die Schmerzen dagegen durch Überlastung ausgelöst, hilft Arnica. "Arnica ist eine wichtige Verletzungsarznei", sagte Wacker. "Arnica sollte man immer dabei haben."

Flammende Röte des Gelenks, plötzlich beginnende, hämmernde, klopfende oder pulsierende Schmerzen sind die Leitsymptome von Belladonna. Das Mittel könne auch zusätzlich zu einem Antibiotikum gegeben werden, so Wacker. "Für den Einstieg ist die Kombination wunderbar. Die Heilung ist dann schneller als erwartet." Und bei Schwellung und einer eher rosa Färbung des Gelenks sei Apis mellifica richtig.

Ein Handbuch für die Praxis

Ein Leitfaden zur organbezogenen Homöopathie für Kollegen, die noch keine oder erste Erfahrungen mit Homöopathie haben, ist das Handbuch der "Ärzte Zeitung". Zu Indikationen wie akuten Kopfschmerzen, muskulo-skelettalen oder gastrointestinalen Beschwerden gibt es praxisrelevante Optionen. Die 13 Therapie-Kapitel sind zertifiziert; online können bis zu 26 Punkte gesammelt werden.

Subskriptionspreis 30 Euro plus 7 Euro Versand; Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, Am Forsthaus Gravenbruch 5, 63263 Neu-Isenburg,

Tel.: 0 61 02 / 506-148; Fax: - 44 148,

E-Mail: vertrieb@aerztezeitung.de

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