Ärzte Zeitung, 29.03.2004

Migräne als Notfall - Rizatriptan hilft rasch!

Studie mit Migränepatienten in Notfallambulanzen / Schmerzlinderung bei 93 Prozent

FRANKFURT/MAIN (mar). Migränepatienten haben im Falle von schweren Attacken oftmals das Problem, daß die eingenommenen Analgetika nicht ausreichend wirken und sie deshalb akut ärztliche Hilfe benötigen. In solchen Notfallsituationen hat sich Rizatriptan als Schmelztablette als gut wirksame Therapie erwiesen, wie eine offene prospektive israelische Studie ergeben hat.

In diese Studie einbezogen wurden 98 Patienten mit schweren Migräneattacken, die deswegen eine Notfallambulanz aufgesucht haben, berichtete Professor Hartmut Göbel aus Kiel beim Deutschen Schmerztag in Frankfurt am Main. Die Betroffenen, die zur Linderung der Attacken weder ein Triptan noch ein Ergotaminpräparat eingenommen hatten, wurden mit zehn Milligramm Rizatriptan als Schmelztablette (Maxalt® lingua) behandelt.

Zwei Stunden nach Einnahme des Medikaments sei es bei 93 Prozent der Patienten zu einer deutlichen Besserung der Kopfschmerzen gekommen, 73 Prozent von ihnen seien zu diesem Zeitpunkt bereits schmerzfrei gewesen, so Göbel bei einem Symposium, zu dem das Unternehmen MSD eingeladen hatte. Auch die typischen Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen sowie Photo- und Phonophobie hätten sich bei 85 Prozent der Patienten vollständig zurückgebildet. Bei 26 Prozent der Patienten seien die Kopfschmerzen innerhalb von 24 Stunden erneut aufgetreten.

Die Erfahrungen aus dieser offenen Studie decken sich mit den Ergebnissen klinischer Placebo-kontrollierter Studien und Metaanalysen, wonach die Wirkung des Triptans rasch einsetzt und bei den meisten Patienten zwei Stunden nach der Einnahme zu einer deutlichen Abnahme der Kopfschmerzen führt. In der Regel reiche bei einer Migräneattacke eine Tablette aus. Und offensichtlich sei Rizatriptan als Schmelztablette auch in der Notfallsituation eine wirksame Therapieoption, so das Fazit von Göbel.

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