Ärzte Zeitung, 05.05.2004

Bei Migräne Triptan rasch nehmen!

Ist es bereits zu einer Allodynie gekommen, können Triptane kaum noch wirken

BOSTON (gwa). Bei Migräne wirken Triptane oft nicht, wenn sich schon eine Attacken-assoziierte Allodynie entwickelt hat. Betroffene sollten die Substanzen also gleich zu Beginn der Attacke einnehmen, bevor etwa Haarekämmen und Gesichtsberührungen schmerzhaft werden.

Das folgern Dr. Rami Burstein von der Harvard Medical School in Bosten und seine Kollegen aus einer Studie mit 31 Migräne-Patienten (Ann Neurol 55, 2004, 19).

Zunächst prüften die US-Forscher, ob die Patienten bei den Attacken eine Allodynie hatten. Dann erhielten die Patienten 6 mg Sumatriptan i.v. entweder innerhalb der ersten Stunde oder vier Stunden nach Attacken-Beginn, bei einer weiteren Attacke zum jeweils anderen Zeitpunkt.

Ergebnisse: Zehn der zwölf Patienten ohne Allodynie waren zwei Stunden nach der Injektion schmerzfrei, egal zu welcher Zeit das Triptan gespritzt wurde.

19 Patienten hatten eine Migräne-assoziierte Allodynie. Zwölf von ihnen wurden schmerzfrei, wenn sie die Injektion bekamen, bevor sich die Allodynie entwickelt hatte. Bei sieben Patienten, die schon innerhalb der ersten Stunde eine Allodynie bekommen hatten, wirkten die Injektionen nicht.

Triptane wirken bei Migräne auf überaktive periphere Trigeminusfasern, die die pulsierenden Schmerzen verursachen. Offensichtlich können die überaktiven peripheren Fasern aber auch zentrale Trigeminus-Neurone aktivieren, was die schmerzhaften Mißempfindungen (Allodynie) der Gesichts- oder Kopfhaut auslöst.

Das ist aber nicht bei allen Patienten der Fall. Eine assoziierte Allodynie kann sich bei Attacken früh oder nach Stunden, aber auch erst nach vielen Krankheitsjahren entwickeln.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Punktgenaue Triptan-Therapie

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