Ärzte Zeitung, 09.05.2005

Bedeutung des Wiederkehr-Kopfschmerzes wird unterschätzt

Migräne-Patienten legen Wert darauf, daß die Kopfschmerzen dauerhaft verschwinden / Nicht alle Allgemeinärzte fragen nach Recurrence

BERLIN (gvg). Kann es sein, daß die von vielen Migräne-Patienten als belastend empfundenen Wiederkehr-Kopfschmerzen von behandelnden Ärzte häufig unterschätzt werden? Zumindest scheint das bei Allgemeinärzten und Internisten der Fall zu sein, wie eine Umfrage ergeben hat.

"Außer der raschen Beseitigung der Schmerzen legen Migräne-Patienten vor allem Wert auf eine dauerhafte Schmerzfreiheit", so Privatdozent Arne May von der Kopfschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Das sei vor allem bei jenem Fünftel der Patienten wichtig, die einen sogenannten Wiederkehr-Kopfschmerz haben, auch Recurrence genannt. Damit ist ein regelmäßig erneutes Aufflammen der Beschwerden während derselben Migräne-Attacke nach einer initialen Besserung während der Behandlung gemeint.

In einer Umfrage wurden 120 per Zufall ausgewählte Allgemeinärzte und Internisten sowie 81 Neurologen befragt, ob sie ihre Migräne-Patienten nach Recurrence befragen. Die Untersuchung machte das Kölner Unternehmen DocCheck® im Auftrag von Berlin-Chemie.

Ergebnis: Fast jeder Neurologe fragt nach Wiederkehr-Kopfschmerz. Bei den Allgemeinärzten und Internisten fragte jeder Dritte seine Migräne-Patienten "selten" oder "nie" nach dem Auftreten von Recurrence. Fast drei Viertel aller Migräne-Patienten werden von Allgemeinärzten oder Internisten behandelt.

Für May ist die Frage nach dem Wiederkehr-Kopfschmerz einer der entscheidenden Punkte in der Migräne-Anamnese. Denn komme es häufig zu Wiederkehr-Kopfschmerz, dann sollte dies Auswirkungen auf die Wahl der Triptan-Medikation haben, so May auf einer Veranstaltung des Unternehmens Berlin-Chemie.

Besonders geeignet sei bei diesen Patienten die Substanz Frovatriptan (Allegro®), da sie dank einer Halbwertszeit von über 24 Stunden deutlich länger wirke als andere Triptane. Diese haben Halbwertszeiten zwischen zwei und sieben Stunden.

Klinisch schlage sich die lange Halbwertszeit in einer geringeren Häufigkeit von Wiederkehr-Kopfschmerz bei Frovatriptan nieder. Die Rate liege hier bei 17 Prozent und damit niedriger als bei anderen Triptanen.

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