Ärzte Zeitung, 30.10.2007

INTERVIEW

"Der Steroidansatz ist nicht tot"

Der Neurologe Professor Hans Christoph Diener aus Essen setzt auch weiterhin auf Steroide beim Analgetika-Entzug.

 "Der Steroidansatz ist nicht tot"

Prof. Hans Christoph Diener.

Foto: Ogilvy Healthcare

Ärzte Zeitung: Herr Professor Diener, ist der Kortisonansatz zur Entzugsbehandlung bei Medikamenten-induziertem Kopfschmerz jetzt tot?

Diener: Nein, wir haben eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie gemacht, die demnächst in der Zeitschrift "Cephalalgia" erscheint. Darin war Prednison wirksam.

Ärzte Zeitung: Wie behandeln Sie jetzt Kopfschmerz-Patienten mit Medikamenten-Übergebrauch?

Diener: Wie bisher. Bei Abusus von Triptanen, Ergotamin oder Analgetika erfolgt der ambulante Entzug oder die Entzugsbehandlung in der Tagesklinik unter Kortisonschutz. Bei zusätzlichem Abusus von Tranquilizern oder Opioiden sollte der Medikamentenentzug stationär vorgenommen werden.

Ärzte Zeitung: Was empfehlen Sie Patienten, die die Entzugsbehandlung nicht durchhalten?

Diener: Diese Patienten sollten sich stationär in der Neurologie entziehen lassen. (ner)

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