Ärzte Zeitung, 02.07.2008

Steroid senkt die Rezidivrate bei schwerer Migräne

Akut-Effekt nicht erwiesen

EDMONTON (ars). Kommen Patienten mit dem Notfall einer akuten schweren Migräne, lohnt sich ein Therapieversuch mit einer einzelnen parenteralen Dosis eines Kortikosteroids. Zwar lassen die Schmerzen dadurch nicht sofort nach, aber die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls sinkt deutlich.

Mit dem Steroid Dexamethason zusätzlich zu einer Standardtherapie war die Rezidivrate im Verlauf von 72 Stunden um 26 Prozent geringer als mit Placebo. Für dieses Ergebnis haben Forscher um Dr. Ian Colman von der Universität Edmonton in Kanada sieben Studien mit insgesamt 738 Teilnehmern ausgewertet (British Medical Journal 336, 2008, 1359). Nach ihren Berechnungen müssen lediglich neun Patienten behandelt werden (number needed to treat), damit einer von der Medikation profitiert. Für den Untersuchungsparameter "akute Linderung der Schmerzen" jedoch fanden sie keinen Unterschied zu Placebo.

Bei akuten schweren Migräne-Anfällen treten oft innerhalb von 24 bis 72 Stunden erneut Kopfschmerzen auf, wie die Wissenschaftler erläutern. Die Wirkung von Kortikoiden erklären sie damit, dass eine Ursache der Attacken Entzündungsprozesse sein könnten. Der Effekt der anti-inflammatorischen Wirkstoffe beruhe vermutlich darauf, dass sie diese Kaskade unterbrechen. Allerdings werden nach Angaben der Autoren Kortikosteroide nur selten bei Notfall-Patienten mit akuter schwerer Migräne angewandt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »