Ärzte Zeitung, 04.07.2008

Migräne durch Tumor? MRT sorgt für Klarheit

Mindestens einmal MRT bei Migränepatienten gefordert

BADEN-BADEN (kat/mut). Migränepatienten sollten mindestens einmal im Leben mit bildgebenden Verfahren untersucht werden, um Ursachen wie einen Tumor auszuschließen, forderten Experten beim MEDCongress in Baden-Baden. Auch bei Clusterkopfschmerz lässt sich per MRT eine lebensbedrohliche Ursache erkennen.

 Tumor simulierte Migräne - bei Alarmzeichen also MRT

Migräne haben etwa 12 bis 14 Prozent der Frauen. Nach dem 45. Lebensjahr lässt die Häufigkeit der Migräneattacken deutlich nach.

Foto: PhotoDisc

Kommen zu den typischen Migränesymptomen - intermittierenden Kopfschmerzattacken mit Übelkeit und Erbrechen - noch Bewusstseinsstörungen hinzu, müssten sofort die Alarmglocken läuten, hat Professor Dr. Horst Wiethölter aus Stuttgart berichtet. Als Beispiel nannte er einen Patienten mit Migränebeschwerden, bei dem per Bildgebung ein Kraniopharyngeom entdeckt wurde.

Die rezidivierende Abflussstörung am Foramen monroi hatte eine Migräne simuliert. Daher sei es wichtig, jeden Migränepatienten mindestens einmal im Leben mit Bildgebung zu untersuchen. Doch auch ein Clusterkopfschmerz könne auf einer lebensbedrohlichen Ursache wie einer Carotis-Vertebralis-Dissektion beruhen.

Verdacht besteht, wenn zu den typischen Symptomen weitere hinzukommen. Typische bei Clusterkopfschmerz sind gerötetes Gesicht, heftige, bohrende Schmerzen hinter dem Auge mit Ptosis und Miosis, Augenrötung sowie Tränen und tropfende Nase. Kommt kontralateral eine Hemisymptomatik hinzu, sollte man hellhörig werden, so Wiethölter. Er nannte als Beispiel einen Patienten ohne typischen Augen- und Nasenfluss. Im MRT war eine Mondsichel um die Carotis sichtbar - ein Hinweis auf eine Dissektion.

Als Differenzialdiagnose zum Spannungskopfschmerz nannte Wiethölter die Sinusthrombose mit subakut aus dem Schlaf heraus auftretenden drückenden Kopfschmerzen mit Crescendo-Charakter. Auch an Arteriitis temporalis und Subarachnoidalblutung sei zu denken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »