Ärzte Zeitung, 30.01.2009

Akupunktur lindert tatsächlich Kopfschmerz

Akupunktur kann kurz- und mittelfristig MigräneAttacken und Spannungskopfschmerzen vorbeugen. Doch offenbar ist es fast egal, wo die Nadeln sitzen.

Von Thomas Müller

Auch wenn sich weiterhin darüber streiten lässt, ob Akupunkturpunkte von Bedeutung sind oder ob es nur darauf ankommt, überhaupt irgendwohin zu stechen: Die Ergebnisse von zwei großen Meta-Analysen lassen kaum noch Zweifel an einer kurz- und mittelfristigen Wirksamkeit der Akupunktur bei Kopfschmerzpatienten. Zur Schmerzprophylaxe ist das Verfahren mitunter sogar besser als eine Behandlung mit Medikamenten, berichtet Privatdozent Klaus Linde vom Zentrum für Naturheilkundliche Forschung der TU München in der Cochrane Library.

Studien mit über 6700 Patienten analysiert

Linde und seine Mitarbeiter haben für die Cochrane Collaboration 22 Studien mit über 4400 Patienten zu Akupunktur bei Migräne ausgewertet, in einer weiteren Analyse elf Studien mit etwa 2300 Patienten mit Spannungskopfschmerzen. Die Studien mussten mindestens acht Wochen dauern und über eine Kontrollgruppe verfügen, in der entweder eine medikamentöse Therapie, keine Behandlung, Scheinakupunktur oder andere nicht-medikamentöse Verfahren wie Massage oder Entspannungstechniken verglichen wurden.

Von den elf Studien zu Spannungskopfschmerzen prüften Ärzte in zwei großen Studien, ob Akupunktur bei Patienten, die bei schweren Schmerzen medikamentös behandelt werden, einen Zusatznutzen hat. Hierbei war die Kombination Akupunktur plus Medikamente einer rein medikamentösen Therapie deutlich überlegen: Zu einer Reduktion der Kopfschmerztage um mindestens die Hälfte kam es bei 47 Prozent der Patienten mit Akupunktur, aber nur bei 16 Prozent mit alleiniger Schmerzmitteltherapie.

In sechs Studien zu Spannungskopfschmerzen wurde die Akupunktur mit einer Scheinbehandlung verglichen. Dabei setzten die Therapeuten die Nadeln entweder nicht an die korrekten Akupunkturpunkte oder sie penetrierten die Haut nicht. In diesen Studien gab es zwar einen signifikanten Unterschied zwischen korrekter Akupunktur und der Scheinbehandlung, die Differenz war jedoch nicht sehr groß: Bei 50 versus 41 Prozent der Patienten sank die Zahl der Kopfschmerztage um mindestens die Hälfte.

In vier Studien wurde die Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen mit Physiotherapie, Massage oder Entspannungsübungen verglichen. Hierbei war die Akupunktur den anderen Verfahren leicht unterlegen. Da diese Studien Mängel hatten, lassen sich die Ergebnisse jedoch nur schwer interpretieren, so Linde.

Ein ähnliches Bild ergab sich in den 22 Studien mit Migränepatienten. In sechs zum Teil sehr großen Untersuchungen wurde Akupunktur zu Anfallsprophylaxe geprüft, wobei die Kontrollgruppe keinerlei Prophylaxe bekam. Hierbei lag die Erfolgsquote - definiert als Halbierung der Anfallsfrequenz - mit Akupunktur etwa bei 50 Prozent, ohne bei 25 Prozent. Auch die Zahl der Kopfschmerztage sowie die Schmerzintensität war sowohl nach zwei als auch nach drei bis vier Monaten mit Akupunktur deutlich niedriger als ohne. In der einzigen Langzeitstudie blieb der Erfolg auch noch nach neun Monaten bestehen.

Wurde - wie in 14 der Studien - jedoch Akupunktur mit verschiedenen Schein-Akupunkturverfahren bei Migräne verglichen, ergaben sich keine signifikanten Unterschiede: Die Zahl der Kopfschmerztage sank in beiden Gruppen ähnlich stark, die Anfallsfrequenz war ähnlich hoch und auch der Gebrauch von Analgetika unterschied sich nicht signifikant in den beiden Gruppen.

Mit Akupunktur weniger unerwünschte Wirkungen

Etwas besser schnitt Akupunktur im Vergleich zur medikamentösen Prophylaxe, etwa mit Betablockern, ab. Die Ansprechrate war in vier Studien mit Akupunktur um etwa 20 bis 35 Prozent höher, die Rate unerwünschter Wirkungen zugleich um die Hälfte niedriger als mit Arzneien.

Auf den ersten Blick, so Linde, erscheinen diese Ergebnisse etwas widersprüchlich. So eignet sich Akupunktur zur Prophylaxe mindestens so gut wie Arzneien, allerdings ist es offenbar wenig relevant, wo Ärzte die Nadeln setzen. Linde bietet mehrere Erklärungen zur Diskussion an.

So ist der Placebo-Effekt bei Akupunktur möglicherweise besonders hoch: Der intensive Kontakt zum Therapeuten, eine leicht schmerzhafte Prozedur und eine entspannende Situation während der Sitzungen - das alles verstärkt wohl die Placebowirkung. Diskutiert wird auch, dass die Nadeln Nervenfasern stimulieren, besonders die nicht-myelinisierten C-Fasern, und so die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Außer in Studien mit Scheinakupunktur war keine Verblindung möglich. Viele Patienten brachen die Studien ab, als sie der Kontrollgruppe zugeteilt wurden, weil sie auf die Akupunktur gehofft hatten. Dies, sowie die offensichtlich positive Erwartungshaltung der Patienten mit Akupunktur, könne ebenfalls die Ergebnisse verzerrt haben. Vermutlich, so Linde, treten diese Effekte alle zusammen auf und ergeben eine gute Gesamtwirksamkeit der Akupunktur.

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"Akupunktur wirkt nicht nur, wenn man daran glaubt"

[30.01.2009, 21:59:53]
Dr. Gerhard Smit  biokybernetik@web.de
Akupunktur ist mit schulmedizinischen, organbezogenen Denken nicht zu erklären und zu beherrschen.
Akupunktur kann wesentlich mehr.
Ohne grundsätzliches Umdenken ist das nicht zu realisieren. Allerdings brauchte man heute keine Nadeln mehr zu stechen, was die Chinesen aber vor >2000 Jahren auch schon wussten.
Die dazu notwendige Ausbildung zur Kybernbetischen Medizin unterscheidet sich zur Schulmedizin wie Chemie und Physik. Das notwendige kybernetische Wissen wird den Ärzten in der Ausbildung seit den 70er Jahren vorenthalten. Das ist u.a. auch dadurch bedingt, das beide andere Denkstrukturen fordern, die kaum ein Mensch in der erforderlichen Qualität gleichzeitig beherrschen kann. Es müsste demzhufolge eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Partnern geben. Das ist sehr schwierig, wie die Vergangenheit bis heute bei einer anderen Kybernetischen Medizin, der manuellen Medizin, sich ergeben hat. Die meisten Ärzte wissen nach Ihrer Ausbildung nicht, wann sie die Manuelle Medizin erfolgreich einsetzen können.

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Einzelteile (Organe u.a.), die ist ja bei Leben-den und Toten gleich. Was unterscheidet den Lebenden von dem Toten? Es ist das Informa-tions- und Regelsystem, das mit elektrischen Impulsen gesteuert wird und alle Lebensvor-gänge regelt und überwacht.
Dort nur mit schulmedizinische Wissen einzugreifen ist dasselbe, als wenn ein äußerst er-fahrener gut ausgebildeter Chemiker in einer chemischen Fabrik die Innereien der elektroni-schen Steuerungszentrale reparieren will.
Die Schulmedizin hat für jedes Organ einen Spezialisten der über diese Organ alles weis, aber über die Funktion des ganzen Systems nichts weis.
Die Akupunktur gehört zur „Kybernetischen Medizin“, die auf Druck der UNESCO nach 1976 i. A. des Bundesinnenminister verlangt wurde.
Im Gegensatz zur organbezogenen Medizin greift Sie in das Informations- und Regelsy-stem ein. Die Haut ist ein Touchscreen, auf ihr werden in Nervenendpunkten die Zustände innerer Regelkreise abgebildet, die bei Störungen (nicht Erkrankungen) elektrisch verändert und bei Druck schmerzhaft sind. Weiterhin bilden sich auf ihr die inneren Störungen in Form von Reflexzonen, Leberflecken ab. Über diese Abbildungen kann man auch korrigierend in den funktionell gestörten Organismus eingreifen.
Die Chinesen hatten schon vor 5000 Jahren begriffen, das. abgesehen von Unfällen u.a., immer der ganze Organismus betroffen ist. Dies erfordert aber auch eine vollständig andere Diagnose, die mit der schulmedizinischen Diagnose keine Gemeinsamkeiten hat. Es gibt nicht den Begriff Migräne. In diese Diagnose gehen keine Laborwerte ein. Für das Verständnis der chinesischen Medizin, insbesondere der Diagnostik und der Methodik, ist die Auseinanderset-zung mit der chinesischen Denk- und Vorstellungsweise nötig. Kennzeichnend hierfür ist das Denken in Relationen und Beziehungen, sowie die Verwendung von Symbolen und bildlichen Vergleichen. http://www.m-eubel.de/Infos/tcm/diagn.html
Da dies nicht beachtet wurde, kam es bei den Akupunkturstudien eben zu den strittigen Er-gebnisen, z.B. bei Migräne und Kopfschmerzen. Bei kybernetischer Medizin braucht man kein Placebo. http://home.arcor.de/drsmit/Artikel/Probleme%20des%20Projektes%20Akupunktur.htm
Placebo erforder, dass die Kranken genau dieselben Detailfehler haben und die gibt es nicht, deshalb wirkt eben ein bestimmtes Rheumamittel nicht bei allen Rheumakranken.
Bei Kopfschmerz-und Migräne liegen das günstigere Voraussetzungen vor. Die Diagnose an den Hinterhauptsbeinen ergibt, das diese bei den meisten Frauen (schon im Vorfeld) bei Druck von unten schmerzhaft sind, d.h. die gesamte Muskelkette von den Füssen bis zum Occiput ist verspannt. Die könnte man nun durch Deblockierung der Fusszehen entblok-ken,.was sehr schmerzhaft ist, aber sofort wirkt. Das Informations- und Regelsystem gibt uns aber noch bessere Möglixhkeiten. Das muss man nur Wissen, dass es im Gehirn kein Schmerzgedächtnis gibt, sondern der Schmerzauslöser in zugehörigen blockierten Wirbeln, Fugen und Gelenken festgehalten wird.(http://home.arcor.de/drsmit/Artikel3/Kopfschmerz2.htm und dortige Links) Findet man auf der Hand in Bild 1 den schmerzhaften richtigen Punkt und drückt in mit einem scharfen Fingernagel oder einen Mikropressurstift, so löst sich der Schmerz so-fort auf, evtl. muss man beide Hände therapieren. Das hier eine „Rezeptakupunktur“ hilft, hängt damit zusammen, dass bei den Frauen meistens das Becken schief steht, und der schul-medizinische Tastbefund über den Ovarien schmerzhaft ist, der Tastbefund ist danach auch nicht mehr schmerzhaft.
Bei den chronischen Schmerzpatienten muss man nur die ursprüngliche normle physiologi-sche Haltung wiederherstellen und dies Patientenmüssen ihre atrophierte Muskulatur kräftigen und die Ursache des Leidens abstellen, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung.

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