Ärzte Zeitung, 08.01.2004

Patienten mit Rückenschmerzen brauchen Bewegung, nicht Schonung

Wichtig ist eine ausreichende Schmerzlinderung / Schutz vor Chronifizierung

DÜSSELDORF (eis). Bei Rückenschmerzen sind Ruhe und Schonhaltung fatal, sagt Dr. Marianne Koch. "Der beste Rat für Patienten mit solchen Beschwerden ist, sich normal, aber nicht übermäßig zu bewegen", betont die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga. Hierzu ist eine gute Analgesie nötig.

Bewegung dient der Heilung, zum Beispiel weil das aktivierte Gewebe dann gut mit Sauerstoff versorgt wird, sagte Koch bei der Informationsveranstaltung "Rückenschmerzen und Osteoporose" in Düsseldorf. Um aber den Patienten die Bewegung zu ermöglichen, müssen die Schmerzen ausreichend gelindert werden.

Koch rät dazu, Patienten bei länger andauernden Schmerzen mit einer Skala die Schmerzstärke regelmäßig messen zu lassen. Die Werte sollten dann während der Behandlung in einem Schmerztagebuch festgehalten werden, als Grundlage für die medikamentöse Therapie. Lassen sich starke Schmerzen nicht anders lindern, sollten unbedingt auch Opioide eingesetzt werden. Vorbehalte dagegen müßten mit Argumenten entkräftet werden, sagte Koch.

Dr. Gerhard Müller-Schwefe aus Göppingen warnte bei der vom Unternehmen Mundipharma unterstützten Veranstaltung zudem vor einer Chronifizierung der Schmerzen. "Wenn man tapfer ist und Schmerzen aushält, tut man nichts Vernünftiges, sondern man fördert lediglich das Schmerzgedächtnis", sagte der Präsident des Schmerztherapeutischen Kolloquiums. Wichtig sei es auch, den betreffenden Patienten zu vermitteln, daß Schmerzen nicht - wie häufig angenommen - normale Alterserscheinungen sind.

Bei starken Schmerzen seien Opioide auch für eine längerfristige Therapie gut geeignet, sagte Müller-Schwefe weiter. Gute Erfahrungen gebe es zum Beispiel mit Oxycodon (Oxygesic®). Beeinträchtigungen im täglichen Leben seien durch die Therapie gering. "Patienten, die gut und gleichmäßig auf Opioide eingestellt sind, sind gute Autofahrer", sagte der Schmerztherapeut.

Schmerzskalen und Schmerztagebücher für Patienten können angefordert werden bei: Mundipharma GmbH, Patientenservice, Mundipharma Str. 2, 65549 Limburg (Lahn).

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