Ärzte Zeitung, 12.05.2005

Rückenschmerzen sind bei Kindern häufig

Vor allem Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren sind betroffen / Noch immer wird zu wenig Schulsport getrieben

BADEN-BADEN (ner). Die Prävalenz von Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen nimmt noch immer zu. Besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 12 und 15 Jahren. Gründe sind vor allem langes Sitzen, wenig Bewegung, aber auch sehr intensives Sporttraining.

Darauf hat Dr. Nicola Ihme aus Aachen bei der Jahrestagung der Vereinigung süddeutscher Orthopäden in Baden-Baden hingewiesen. Weitere Gründe für die Zunahme der Rückenschmerzen in dieser Altergruppe seien das Tragen von schweren Schulranzen sowie Rauchen, was mit einer Bandscheiben-Degeneration einhergehen könne.

Mädchen seien, so die Orthopäden der Universitätsklinik in Aachen, eher von Rückenschmerzen betroffen. Auch eine positive Familienanamnese korreliere mit dem vermehrten Auftreten von Rückenschmerzen. Uneinheitliche Studienergebnisse gebe es bei der Bedeutung des Muskelstatus, eines erhöhten Körpergewichts oder des Ausmaßes der Wirbelsäulenbeweglichkeit.

Einzelmaßnahmen zur Linderung der Rückenschmerzen brächten nichts, hieß es auf der Tagung. So berichtete ein Orthopäde aus Bad Pyrmont von einer Schule, in der bekannte Forderungen nach ergonomischen Möbeln und Schränken für die Schultaschen umgesetzt worden sind, so daß die Schüler keine Taschen tragen müssen. Er habe den Eindruck, die Rückenschmerzen hätten danach zugenommen.

Nach Ihmes Ansicht kann von solchen punktuellen Veränderungen keine prinzipielle Verbesserung erwartet werden. Es fehle an ausreichender Bewegung. Erneut wurde der oft mangelhafte Sportunterricht an Schulen kritisiert.

Es müsse mindestens dreimal pro Woche Schulsport angeboten werden. Jedoch registriere man bereits bei den Schuleignungsprüfungen eine zunehmende Verschlechterung der motorischen Fähigkeiten. Daher müsse die Prävention bereits vor dem Grundschulalter einsetzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »