Ein Muskelrelaxans lindert Lumbago effektiv

FRANKFURT AM MAIN (djb). Muskelverspannungen gehören zu den häufigsten Schmerzursachen. Das zentral wirksame Muskelrelaxanz Methocarbamol verringert den Muskeltonus und mindert die schmerzhaften Kontraktionen.

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Das Myotonolytikum Methocarbamol (Ortoton®) wirke vermutlich über ein neues Prinzip der Schmerzhemmung, sagte Professor Walter Zieglgänsberger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Es aktiviert die hemmenden Interneurone im Hinterhorn des Rückenmarks.

Das bewirkt, daß sie mehr von dem Neurotransmitter GABA ausschütten. Damit unterstützt die Substanz einen physiologischen Mechanismus, der die Weiterleitung schmerzauslösender Reize hemmt. Das hat Zieglgänsberger bei einem vom Unternehmen Bastian unterstützten Symposium berichtet.

Methocarbamol, das als Tabletten und Injektionslösung zur Verfügung steht, hat 2005 von der deutschen Zulassungsbehörde eine Nachzulassung erhalten: für die symptomatische Behandlung bei schmerzhaften Muskelverspannungen besonders im unteren Rücken (Lumbago). Für die Zulassung relevant waren zwei klinische Phase-IV-Studien.

202 Patienten mit akutem Lumbago wurden acht Tage lang dreimal täglich entweder mit zwei Tabletten Methocarbamol (je 750 mg) oder mit Placebo behandelt. In der zweiten Studie erhielten 157 Lumbago-Patienten drei Tage lang entweder zweimal täglich Methocarbamol als Kurzzeitinfusion oder Placebo.

In beiden Studien hat das Myotonolytikum die Gesamtheit der Symptome signifikant besser gelindert als Placebo. Auch die Bewegungsfähigkeit der Verum-Patienten, gemessen mit dem modifizierten Schober-Test, dem Finger-Boden-Abstand und der Visuellen Analog-Skala, war besser. In der Gruppe mit oralem Methocarbamol litten nach acht Behandlungstagen nur noch 20 Prozent der Patienten unter Schmerzen, in der Placebogruppe waren es 60 Prozent.

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