Schmerzen

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Ärzte Zeitung, 08.02.2008

Rückenschmerz von der Seele geschrieben

Schreiben Patienten traumatische Erlebnisse auf, tut ihr Rücken nicht mehr so weh

BERLIN (ugr). Schreiben Patienten mit chronischen Rückenschmerzen lange unterdrückte Gedanken und Gefühle auf, gehen die Schmerzen zurück. Das hat eine Studie des Rehabilitationszentrums am Sprudelhof Bad Nauheim ergeben.

 Rückenschmerz von der Seele geschrieben

Wenn der Rücken chronisch schmerzt, kann Patienten auch eine Psychotherapie helfen.

Foto: imago

Die Ergebnisse sind vor kurzem auf einem Psychiatrie-Kongress in Berlin vorgestellt worden. An der Studie haben 61 stationäre Schmerzpatienten teilgenommen, die seit vielen Jahren unter anhaltenden Rückenschmerzen litten. Innerhalb einer Woche sollten sie in einem ruhigen Therapieraum dreimal 15 Minuten ihre Empfindungen über das bisher traumatischste Ereignis ihres Lebens niederschreiben.

Patienten aus der Kontrollgruppe bearbeiteten dagegen neutrale Themen. Weitere psychotherapeutische Interventionen fanden nicht statt. Als Eingangsdiagnostik sowie zur Veränderungsmessung bei Entlassung und fünf Monate später füllten die Patienten den Fragebogen zur Erhebung der Schmerzverarbeitung (FESV), die SymptomCheckliste SCL-90-R und den Pain Disability Index (PDI) aus.

Bei Patienten, die ihre Gefühle und Erlebnisse aufschrieben, kam es bei allen Skalen zu Verbesserungen. So konnten die Patienten ihre Schmerzen signifikant besser bewältigen. Auch Depressionen und Ängstlichkeit gingen deutlich zurück. Zudem erhöhte sich die körperliche Leistungsfähigkeit. In der Kontrollgruppe gab es dagegen keine signifikanten Änderungen. Die Studienautoren vermuten, dass das expressive Schreiben eine Selbstkonfrontation mit belastenden Erinnerungen anstößt und zugleich einen besseren Umgang mit Gefühlen ermöglicht.

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