Ärzte Zeitung, 03.06.2009

Kommentar

Ist alles Nadeln für die Tonne?

Von Michael Hubert

Alternativmedizinische Verfahren stehen in Deutschland hoch im Kurs: Homöopathie, Anthroposophie und vor allem Akupunktur erfreuen sich besonders bei Patienten eines hohen Stellenwerts. Auf die Nadeln setzen auch ansonsten eher schulmedizinisch orientierte Ärzte.

Die Datenlage zur Akupunktur ist dabei eindeutig: Sie hilft wirklich gegen Schmerzen. Das hatte schon die GerAc-Studie ergeben. Deren Ergebnisse führten dazu, dass Akupunktur bei bestimmten Indikationen GKV-Leistung wurde. Dabei hatte GerAc auch ergeben: Ob die Nadeln nach TCM in sogenannte Meridiane gesetzt werden oder nicht - der Schmerz wird gleichermaßen reduziert.

Die Anhänger des Nadelns hatten auch gleich eine Erklärung parat: Die Nadeln setzen entzündungshemmende Substanzen frei, daher sei egal, wo gestochen wird. Doch der Ansatz geht ins Leere. Denn auch Scheinakupunktur mindert Schmerzen, hat eine Studie jetzt erneut bestätigt. Dabei dringen die Nadeln gar nicht in die Haut ein.

Bei solch eindeutigen Ergebnissen stellt sich die Frage: Muss die GKV pro Jahr etwa 700 Millionen Euro für Akupunktur ausgeben? Das ist doch ein sehr hoher Preis für einen Placeboeffekt!

Lesen Sie dazu auch:
Akupunktur hilft, ganz egal, wo genadelt wird

[05.06.2009, 00:38:40]
Dieter Döring 
Ist alles Nadeln für die Tonne?
Nein, nur für den Geldbeutel.
Mit seriöser Medizin hat Akupunktur nichts zu tun. zum Beitrag »
[03.06.2009, 23:19:11]
Dieter Döring 
Ist alles Nadeln für die Tonne?
700 Millionen Euro im Jahr für einen Placeboeffekt. Das halte ich, Hausarzt seit fast 25 Jahren, dem die Leistungen und die Medikamente computertechnisch vorgerechnet werden für eine riesige Sauerei. zum Beitrag »
[03.06.2009, 06:00:03]
Dr. Gerhard Smit  biokybernetik@web.de
Akupunktur hilft - egal, wo die Nadeln sitzen
Akupunktur ist keine Alternativmedizin, sondern eine wissenschaftliche kybernetische Medizin, die auf Druck der UNESCO nach 1976 i.A. des Bundesinnenministers verlangt wurde.
Ich kann z.B.entgegen der Akupunkturstudie den meisten Migränepatentinnen nachweisen, dass der Migräneanfall sich an einem bestimmten Punkt innerhalb einer Minute reproduzierbar stoppen lässt.
Bei den teuren Akupunkturstudien hat man die Grundlage der Akupunktur, die eine völlig andersgeartete ganzheitliche Diagnose erfordert, die mit den europäischen Diagnosen absolut keine Ähnlichkeit hat völlig ignoriert.
Heute braucht man schon keine Nadeln mehr zu stechen, sondern mit einer dickeren Nadel den richtigen Punkt nur drücken. Nennt sich dann Mikropressur (nicht Akupressur!!) Wurde mindestens 3 mal neu erfunden, vor 37, 28 und 9 Jahren. Dann stelltesich 2009 bei Ausgrabungen heraus, dass das die Chinesen auch schon vor über 2000 Jahren wußten, dass man mit dünnen Nadel sticht und mit dickeren Nadel nur drückt, aber die nach uns unverständlichen Regeln ermittelten Punkte. Alles andere ist nur Placebo.

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »