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Ärzte Zeitung, 07.07.2009

Analgetika punktgenau im Rücken appliziert

Rückenschmerzen gehören zu den Volkskrankheiten. Sie sind hierzulande einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. In vielen Fällen lassen sie sich durch minimal-invasive Therapien ausschalten. Dazu zählt die punktgenaue Injektion von Analgetika.

Bei Rückenschmerz helfen Analgetika-Injektionen.

Foto: JulienTromeur©www.fotolia.de

KÖLN. Mithilfe bildgebender Verfahren wie der Computer- oder Magnetresonanztomografie können Neuroradiologen Patienten mit Rückenschmerzen die Schmerzmittel punktgenau injizieren. Wann diese Form der Behandlung zum Einsatz kommen sollte, ist einer der Schwerpunkte von neuroRAD, der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR). Der Kongress findet vom 8. bis zum 10. Oktober 2009 in Köln statt, teilt die Gesellschaft mit.

Nicht jeder Rückenschmerz lässt sich minimal-invasiv behandeln. "Liegt eine Lähmung oder ein großer Bandscheibenvorfall vor, ist eine neuro- oder mikrochirurgische Operation unumgänglich", erklärt Professor Olav Jansen, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Bei Patienten ohne Lähmungserscheinungen bietet sich dagegen häufig eine minimal-invasive Therapie an. Ziel dieser Therapie ist es, die akuten Schmerzen auszuschalten.

Bei der Behandlung schieben Ärzte eine Injektionsnadel bis an den Ort der Schmerzentstehung. Häufig handelt es sich dabei um die kleinen Gelenkflächen der Zwischenwirbelgelenke, die Facetten. In anderen Fällen geht der Schmerz direkt von den Nervenwurzeln aus. Hier hilft eine sogenannte periradikuläre Infiltration. Bei der epiduralen Infiltration werden die Schmerzmittel bekanntlich in die Nähe der Rückenmarkshäute gespritzt.

CT oder MRT unterstützt die Injektion der Arznei.

Um die schmerzstillenden Substanzen an die richtige Stelle zu bringen, ist eine Kontrolle der Behandlung mit bildgebenden Verfahren erforderlich. "Ohne diese Sichtkontrolle werden die Nadeln selbst in geübten Händen höchstens in 20 Prozent der Fälle richtig platziert", so Jansen im Vorfeld der DGNR-Jahrestagung. Erfolgt die Injektion jedoch mithilfe des Computer- oder Magnetresonanztomografen, können Ärzte genau sehen, ob sie ihr Ziel erreicht haben.

Ist die Nadel korrekt platziert, werden die Medikamente injiziert. Dabei handelt es sich zum einen um ein Lokalanästhetikum, das schaltet die Schmerzen sofort aus. Anschließend erhält der Patient ein Kortikoid. Dieses sorgt durch seine abschwellende Wirkung dafür, dass die Schmerzlinderung über mehrere Wochen oder Monate anhält. "Diese Zeit müssen die Patienten dann nutzen, um durch Sport- und Bewegungstherapie die Rückenmuskeln zu stärken", fordert Jansen. Denn die meisten Rückenschmerzen haben ihre Ursache im sitzenden Lebensstil. Ohne eine Begleitbehandlung können sie zurückkehren. "Eine erneute minimal-invasive Therapie ist dann zwar bis zu sechs Mal möglich, unser Ziel ist es aber, nach einer einmaligen Injektion zusammen mit den Ergo- und Physiotherapeuten einen dauerhaften Erfolg zu erzielen", so Jansen.

Der Neuroradiologie wird Anwendung und Erfolgsaussichten minimal-invasiver Verfahren bei Patienten mit Rückenschmerzen mit seinen Kollegen auf der DGNR-Jahrestagung in Köln erörtern. (eb)

www.neurorad.de

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