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Tumorschmerzen: Tipps zum Vorgehen bei Schmerzspitzen

Bei kontinuierlich bestehenden Tumorschmerzen kommen trotz guter Einstellung mit retardierten Opioidenhäufig Schmerzspitzen vor.

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NEU-ISENBURG. Nicht immer berichten die Patienten spontan über Schmerzspitzen, weshalb gezielt danach gefragt werden sollte.

Unterschieden werden muss zwischen Schmerzspitzen am Ende eines Einnahmeintervalls wegen inadäquater Dosierung der Dauermedikation, spontan auftretenden Schmerzen, ausgelöst durch Rezeptoraktivierungen und stimulationsabhängigen Schmerzen, etwa provoziert durch Bewegung, Husten oder Defäkation (Info Onkologie 2013; 5: 38).

Im ersten Fall handelt es sich nicht um Durchbruchschmerzen in engerem Sinne, sondern es ist wegen des am Ende des Einnahmeintervalls sinkenden Wirkspiegels nötig, die Dosis oder das Applikationsintervall der analgetischen Basismedikation anzupassen.

Unter echten nozizeptiven Durchbruchschmerzen verstehen Schmerztherapeuten meist nicht vorhersehbare Schmerzattacken starker Intensität, die rasch beginnen und meist weniger als eine halbe Stunde andauern.

Sie treten meist an der gleichen Stelle auf wie die Dauerschmerzen, oft mehrmals täglich. Differenziert werden Durchbruchschmerzen auch von neuropathischen Schmerzen, die ebenfalls attackenartig auftreten, aber wegen ihres Pathomechanismus anders zu behandeln sind.

"Sind die Schmerzattacken in der Schnelle der Ausprägung moderat und halten über Stunden an, hat sich die Gabe von 1/6 bis 1/10 des Basisopioids bewährt", erklärt Dr. Eberhard Albert Lux, Schmerz- und Palliativmediziner aus Lünen, und zwar in nicht-retardierter Galenik (Hausarzt 2013; 5: 30).

Bei den sehr rasch einsetzenden Durchbruchschmerzen ist dieses Vorgehen nicht effektiv, weil es etwa 30 Minuten oder länger dauert, bevor z. B. Morphin-Tropfen wirken. In diesen Fällen sei Fentanyl sinnvoll, so Lux.

Die oral-transmukosalen Präparate oder Fentanyl-Nasenspray müssen wegen der Gefahr einer Atemdepression langsam auftitriert werden, beginnend mit der niedrigst verfügbaren Dosis. Innerhalb von 10-15 Minuten ist mit dem Wirkeintritt zu rechnen und etwa innerhalb einer halben Stunde mit dem Wirkmaximum. (ner)

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