Ärzte Zeitung, 16.01.2004

Hyaluronsäure lindert Arthroseschmerz lange

Bessere Gelenkfunktion nach intraartikulärer Injektion

FRANKFURT AM MAIN (grue). Ins Gelenk gespritzte Hyaluronsäure verbessert die Qualität der Synovialflüssigkeit. Wiederholte Injektionen lindern die Schmerzen bei Arthrose und machen die Gelenke beweglicher, wie Dr. Johannes Mortier von der Universitätsklinik Frankfurt am Main gesagt hat.

Hyaluronsäure wird etwa von Knorpelzellen und der Gelenkinnenhaut produziert und wirkt unter dem Einfluß von Scherkräften wie ein Schmiermittel. Im Knorpel sorgt das hochmolekulare Biopolymer für Flexibilität und Stabilität, in der Synovia funktioniert es wie ein Sieb, das Entzündungszellen zurückhält. Und nicht zuletzt tragen die Nozizeptoren auf der Synovialmembran eine Deckschicht aus Hyaluronsäure und sind so relativ unempfindlich.

Bei Arthrose sinkt jedoch die Konzentration der Hyaluronsäure im Gelenk, das Molekulargewicht der Säure verändert sich, wie Mortier bei einer Veranstaltung des Unternehmens TRB Chemedica in Frankfurt am Main berichtet hat. "Es macht deshalb Sinn, geeignete Hyaluronsäure von außen zuzuführen und so die Puffer- und Filterfunktion der Gelenkschmiere wiederherzustellen".

Exogene Hyaluronsäure habe sich bei Arthrose-Beschwerden im Knie, Sprunggelenk und Ellenbogen bewährt und könne auch in den Facettengelenken der Wirbelsäule angewendet werden. Die Substanz sollte schon in einem relativ frühen Arthrosestadium intraartikulär injiziert werden, besonders wenn eine nicht-medikamentöse Therapie oder einfache Analgetika nicht mehr helfen.

Anfangs wurde Hyaluronsäure aus Hahnenkämmen gewonnen, heute gibt es fermentativ hergestellte Lösungen in Sterilbeuteln (Ostenil®). Es gebe damit keine systemischen Begleit- und Wechselwirkungen und kaum Gegenanzeigen, so Mortier. Auch die Gefahr einer Gelenkinfektion sei extrem gering, wenn das Präparat steril angewendet werde. "Das ist eine wirksame sichere Alternative zu anderen Therapien bei Arthrose."

Die Wirkung auf die Schmerzen setze zwar langsamer ein als bei Glukokortikoiden, halte aber viel länger an. Fünf intraartikuläre Injektionen in wöchentlichen Abständen linderten für mehrere Monate den Schmerz und besserten die Gelenkfunktion bei Arthrose. Die Therapieserien könnten bei Bedarf in halbjährlichen oder jährlichen Abständen wiederholt werden.

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