Ärzte Zeitung, 21.01.2004

Valdecoxib meistert Vergleich mit Retard-NSAR

NEU-ISENBURG (slp). Der selektive COX-2-Hemmer Valdecoxib lindert bei deutlich besserer Magen-Darm-Verträglichkeit die Symptome bei rheumatoider Arthritis (RA) ähnlich gut wie das klassische NSAR Diclofenac in Retardform (zweimal 75 mg/d). Dabei ergibt sich kein Wirksamkeitsvorteil, wenn statt der bei RA empfohlenen Tageshöchstdosis von 20 mg des Coxibs 40 mg eingenommen werden.

Der Rheumatologe Professor Karel Pavelka aus Prag und sein Team haben haben in einer Multicenterstudie die Effektivität und Verträglichkeit von Valdecoxib (Bextra®) im Vergleich zu Diclofenac bei 722 RA-Patienten geprüft (Rheumatology 42, 2003, 1207).

Sechs Monate lang erhielten 246 Patienten 20 mg des Coxibs einmal täglich, 237 nahmen 40 mg einmal am Tag ein und 239 wurden mit zweimal 75 mg Diclofenac in Retardform behandelt. Die Effektivität der Therapie wurde primär über eine Messung der durch die RA verursachten Schmerzen mit einer 100mm visuellen Analogskala (VAS, 0 - kein Schmerz, 100 - stärkster Schmerz) und einem Fragebogen zur Beurteilung körperlicher Fähigkeiten geprüft (mHAQ). Zudem wurden unerwünschte Effekte dokumentiert und am Ende der Studie eine Gastroduodenoskopie vorgenommen.

Nach sechs Monaten hatten die Schmerzen der Patienten in allen Gruppen signifikant abgenommen. Im Mittel lag die Schmerzbeurteilung auf der VAS mit 20 mg des Coxibs um 11,3 mm, mit 40 mg um 12,3 mm und mit dem klassischen NSAR um 13 mm niedriger als zu Studienbeginn. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht signifikant.

Die körperliche Leistungsfähigkeit hatte in allen Gruppen ähnlich stark zugenommen. Es wurden bei der abschließenden Endoskopie allerdings mit dem Coxib signifikant weniger gastroduodenale Ulzera und Erosionen festgestellt als mit Diclofenac (21 Prozent der Patienten mit 20 mg des Coxibs, 26 Prozent mit 40 mg und 48 Prozent mit dem klassischen NSAR).

Der Unterschied bei den Ulzera/Erosionen zwischen den Coxib-Gruppen war nicht signifikant. Mit 20 mg des Coxibs traten auch signifikant weniger andere gastrointestinale Effekte wie Bauchschmerzen oder Übelkeit auf als mit Diclofenac.

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