Ärztliche Allgemeine, 26.05.2005

Wie Analgetika bei Arthrose auf die Beine helfen

Ab dem 35. Lebensjahr hat jeder zweite, ab dem 60. fast jeder arthrotische Gelenkveränderungen. Regelmäßige Bewegung kann zwar die Degeneration bremsen und Schmerzen mindern. Doch immer wieder auftretende Beschwerden verleiden vielen Patienten mit Arthrose den Spaß daran. Eine medikamentöse Behandlung kann dann solche Patienten in die Lage versetzen, mobil zu bleiben.

"Die gängigsten Medikamente, die bei solchen Patienten verordnet werden, sind die klassischen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und die Coxibe", so Professor Josef Zacher vom Helios Klinikum in Berlin. Bei den NSAR seien vor allem Ibuprofen und Diclofenac von Bedeutung.

Von den Coxiben stehen Celecoxib und Etoricoxib zur Auswahl. Grundsätzlich kommt nach Aussagen von Zacher auch Paracetamol in Frage. Es werde aber von vielen Patienten abgelehnt, weil für eine ausreichende Schmerzlinderung bis zu drei Gramm Paracetamol verteilt über den Tag eingenommen werden müßten.

Opioide sollten bei aktiven Sportlern hingegen möglichst nicht angewendet werden, um Störungen der Koordination zu vermeiden, rät Zacher. Für Patienten mit sehr starken Schmerzen, die nur etwas wandern möchten, seien möglichst niedrigdosierte, retardierte Präparate wie Oxycodon aber eine Alternative.

Generell sollte, gleich, welches Mittel verordnet werde, immer auf Blutdruck und Nierenfunktion der Patienten geachtet werden, betont Zacher. Sonst könnten durch den Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen bereits vorgeschädigte Nieren weiter beeinträchtig werden. Es gelte daher für alle Patienten: Wer Medikamente einnimmt, muß beim Sport genug trinken! "Ansonsten wissen wir heute, daß für alle Nebenwirkungen, außer den Magennebenwirkungen, bei gleicher Dosierung keine Unterschiede zwischen den NSAR und den Coxiben bestehen", so der Orthopäde.

Vorteil der Coxibe sei dabei nicht nur die höhere gastrointestinale Sicherheit, sondern auch die deutlich bessere Verträglichkeit in Bezug auf Dyspepsien. Gerade bei Patienten mit Gonarthrose seien auch NSAR-Topika eine Option - bei leichten Formen als Alternative zur systemischen Therapie oder bei schwererem Verlauf als mögliche Ergänzung dazu.

Bei den Slow Acting Drugs in Osteoarthritis, denen auch eine schmerzlindernde und funktionsverbessernde Wirkung nachgesagt wird, liegen nach Angaben von Zacher die besten Studiendaten für Glucosaminsulfat vor.

"Wir haben damit zumindest bei einigen Patienten mit beginnender Gonarthrose gute Erfahrungen gemacht". Hyaluronsäure-Injektionen würde er nur bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Arthrose empfehlen, die orale Medikamente nicht vertragen oder eine Alternative dazu wünschen.(run)

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