Ärzte Zeitung, 26.04.2007

Bei Rauchern mit Arthrose schwindet Knorpel schneller

ROCHESTER (hub). Nun gibt es ein gutes Argument, zumindest Raucher mit Gonarthrose zum Aufhören zu animieren: Der Nikotinmissbrauch fördert den Verlust von Gelenkknorpel. Die Krankheit verläuft dann schneller und schmerzvoller als bei Nichtrauchern.

Bei 159 Männern mit Knie-Arthrose - darunter 19 Raucher - hatte eine Arbeitsgruppe um Dr. Shreyasee Amin die Knorpelmorphologie im Kniegelenk mit MRT bestimmt. Außerdem bewerteten die Wissenschaftler von der Mayo Klinik Rochester die Knorpeldichte mit einer Sechs-Punkte-Skala.

15 und 30 Monate später kontrollierten sie die Befunde: In der Rauchergruppe war der Knorpel stärker zurückgegangen als bei den Nichtrauchern: zwischen Femur und Tibia um das 2,3-fache, zwischen Femur und Patella sogar um das 2,5-fache (Ann Rheum Dis 66, 2007, 18)

Zugleich hatten die Raucher stärkere Schmerzen im Gelenk: Auf einer visuellen Analog-Skala von 0 bis 100 (100 = stärkster Schmerz) gaben Raucher im Mittel 60, Nichtraucher 40 an. Dabei waren die Raucher mit durchschnittlich 62 Jahren jünger als die Nichtraucher (69 Jahre). Zudem wogen sie weniger (BMI 28,9 versus 31,3).

Als Grund für den verstärkten Schmerz vermuten die Forscher, dass durch Rauchen Schmerzrezeptoren im Gelenk angeregt werden oder die Schmerzschwelle sinkt. Den stärkeren Knorpelverlust erklären sie damit, dass Rauchen den Kohlenmonoxidgehalt im arteriellen Blut erhöht. Das bewirkt Hypoxie im Gewebe, was die Reparatur im Knorpel hemmt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »