Ärzte Zeitung, 29.08.2007

Paracetamol-Behandlung reduziert NSAR-Dosen

Korrekt dosiert hat Paracetamol kaum unerwünschte Wirkungen / Hepatotoxizität besteht nur bei Überdosen

MÜNCHEN (wst). Gegen entzündliche Gelenkschmerzen bieten NSAR und Coxibe die beste Wirksamkeit. Kombinationen mit Paracetamol können helfen, die erforderlichen NSAR-Dosen zu reduzieren. Opioide sollten in dieser Indikation gerade bei älteren Patienten eher zurückhaltend verordnet werden.

Ohne Schmerzmittel geht es bei Knie-Schmerzen kaum. Foto: imago/Niehoff

Bei entzündlichen Gelenkschmerzen infolge einer Arthritis oder Arthrose sei der zunehmende Einsatz von Opioiden kritisch zu hinterfragen, hat der Pharmakologe Professor Dirk Stichtenoth aus Hannover gesagt.

Außer der begrenzten Wirksamkeit spreche vor allem auch die erhöhte Sturzgefahr bei Opioiden gegen den Einsatz bei arthrotischen und arthritischen Gelenkschmerzen. Opioide kommen in der Rheumatologie seiner Ansicht als Kombinationspartner von NSAR nur infrage, um nicht entzündliche Schmerzkomponenten abzudecken, sagte er beim gemeinsamen Schmerzkongress der Internationalen Gesellschaft für orthopädische und unfallchirurgische Schmerztherapie e.V. und der Internationalen muskuloskelettalen Schmerzgesellschaft in München. Oft leiste dabei aber Paracetamol genauso gute Dienste und sollte deshalb vorrangig als Partner von NSAR versucht werden.

Wenngleich Paracetamol korrekt dosiert so gut wie keine unerwünschten Wirkungen hat, wirkt es bei einer Überdosierung akut hepatotoxisch, erinnerte Stichtenoth auf der von den Unternehmen GlaxoSmithKline und Roche Pharma unterstützten Veranstaltung. Patienten müssten deshalb immer deutlich auf das Risiko einer Überdosierung des frei verkäuflichen und gut verträglichen Schmerzmittels hingewiesen werden.

Coxibe seien bekanntlich vor allem bei einer erhöhten gastrointestinalen Vulnerabilität indiziert und schonen auch den unteren Gastrointestinaltrakt. Was das kardiovaskuläre Risiko betrifft, sei bei Coxiben und allen NSAR Vorsicht geboten, erinnerte Stichtenoth.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »