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Knie-Op mit Nachwehen

Arthroskopie begünstigt neuropathieähnliche Schmerzen

Eine hohe Prävalenz neuropathieähnlicher Schmerzen bei Patienten mit Kniearthrose beruht möglicherweise auf Nervenschädigungen bei chirurgischen Eingriffen.

Veröffentlicht:

NOTTINGHAM. Eine hohe Prävalenz neuropathieähnlicher Schmerzen bei Patienten mit Kniearthrose beruht möglicherweise auf Nervenschädigungen, die während chirurgischer Eingriffe wie der Arthroskopie entstehen können.

Hinweise auf diesen Zusammenhang haben britische Rheumatologen bei einer Befragung von 139 Patienten mit radiologisch bestätigter Kniearthrose erhalten (Sem Arthritis Rheumatism 2013; online 8. Oktober).

Für die Schmerzbeurteilung durch die Patienten verwendeten die Ärzte die Fragebögen PainDetect (PD-Q), die visuelle Analogskala (VAS) und den WOMAC-Fragebogen (Western Ontario MacMaster-Fragebogen).

Den PainDetect mit einer maximal erreichbaren Punktzahl von 39 passten sie der VAS von 0 bis maximal 10 an.

Mit ihrer Studie prüften sie, ob frühere Eingriffe am Kniegelenk, vor allem eine Arthroskopie, Meniskotomie oder Ligamentreparatur, oder frühere Knieverletzungen bei Patienten mit Kniearthrose die Wahrscheinlichkeit für neuropathische Schmerzen erhöhen.

Mit einem Anteil von 75% lagen die PD-Q-Werte bei den meisten Patienten über null.

Wie die Ärzte um Dr. Ana M. Valdes vom Stadtkrankenhaus in Nottingham berichten, wurden die Beschwerden bei fast 34% aufgrund der Ergebnisse der Befragungen immerhin als "mögliche" neuropathische Schmerzen bewertet.

15% der Befragten mit "neuropathieähnlichen" Schmerzen

Fast 15% der Befragten hatten demnach sogar "neuropathieähnliche" Schmerzen im Knie. Bei den meisten Patienten (91,4%) war eine Arthrose des Tibio-Femoral-Gelenks diagnostiziert worden, nur bei 6% des Patello-Femoral-Gelenks und bei 31% beider Teilgelenke.

Die Wahrscheinlichkeit für mögliche neuropathische Schmerzen war der Untersuchung zufolge eng mit niedrigem Alter und einem hohen BMI assoziiert.

Am auffallendsten war die Assoziation mit einer Knie-Op in der Anamnese (Odds Ratio, OR: 6,86; 95%-Konfidenzintervall zwischen 1,78 und 26,43; p ‹ 0,005).

Die Wahrscheinlichkeit für neurapathieähnliche Schmerzen war also fast siebenfach erhöht, wenn die Patienten früher einmal einen chirurgischen Eingriff am arthrotischen Knie hatten. Bei der Berechnung hatten die Ärzte Alter, Geschlecht und BMI berücksichtigt.

Das Ergebnis sei vereinbar mit Beobachtungen in früheren Studien, dass Verletzungen des Nervus saphenus im Abschnitt unterhalb der Kniescheibe zu Schmerzempfindungen im anterioren Gelenkbereich führen können.

Belüftbare Manschetten als Auslöser

Auslöser könne zum Beispiel die verlängerte Anwendung belüftbarer Manschetten (pneumatische Tourniquets) bei einer Arthroskopie sein, mit den kombinierten Folgen einer Ischämie und eines mechanischen Traumas.

Einschränkend weisen die Rheumatologen darauf hin, dass das Empfinden neuropathieähnlicher Schmerzen auch andere Gründe haben könne, etwa psychologische oder genetische.

Außerdem sei die Aussagekraft der Untersuchung begrenzt, weil die Rücklaufquote der Fragebögen nur bei etwa 50% gelegen habe. (ple)

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