Ärzte Zeitung, 29.06.2015

Kommentar zur Arthroskopie

Das Knie bleibt besser zu!

Von Elke Oberhofer

Wenn ein Arthroseknie schmerzt, fackeln viele Orthopäden nicht lange: Rein mit dem Endoskop und herausgeholt, was nicht niet- und nagelfest ist. Die "Kniegelenktoilette" gibt Arzt und Patient das gute Gefühl, etwas "getan" zu haben.

Tatsächlich haben viele Patienten danach zunächst weniger Schmerzen - kurzfristig. Die Sache hat nur einen Haken: Der Eingriff wirkt auf lange Sicht nicht besser als konservative Maßnahmen und noch nicht einmal besser, als wenn man dem Patienten die Op nur vorgaukelt.

Bei einer Arthrose ist die Knorpelmasse ohnehin schon verringert. Wenn man dann noch Knorpel abfräst oder Teile vom Meniskus herausholt, kann es passieren, dass die Schmerzen sogar noch zunehmen.

Und was noch wichtiger ist: Es besteht die Gefahr, dass man sich eine Infektion oder gar eine Embolie einhandelt.

Ist es das wert? Viele Experten und auch das IQWiG halten dies für fraglich. Vor allem weil belegt ist, dass man die Schmerzen mit Bewegung genauso gut in den Griff bekommt.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) bereitet gerade eine neue Leitlinie zur Gonarthrose vor. Man kann nur hoffen, dass über die routinemäßige Arthroskopie beim Altersknie endlich ein Bannspruch verhängt wird.

Lesen Sie dazu auch:
Arthroskopie: Ruf nach Neubewertung

[30.06.2015, 08:38:50]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Sehr geehrte Frau @Elke Oberhofer, im Einzelfall empfehle ich einfach einen Fachmann zu fragen.
Ich kenne übrigens keinen, der "mit dem Endoskop herausgeholt, was nicht niet- und nagelfest ist."
Korbhenkelrisse des Meniskus hat man sogar vor der edoskopischen Aera offen saniert, auch eine freier Gelenkkörper stört doch beim Laufen nicht wenig und verschwindet nicht durch Aspirin.
Ich bin übrigens kein Fachmann.
Aber man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. zum Beitrag »

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