Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 01.06.2004

"Orthopädie bewegt" - Neue Kampagne in Berlin vorgestellt

WHO hat die Dekade der Knochen und Gelenke ausgerufen / Weitere Aktionen laufen

BERLIN (gün). "Orthopädie bewegt" - unter diesem Motto startet jetzt eine Aufklärungskampagne aller großen orthopädischen Fachgesellschaften in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Medizintechnik. Die Kampagne ist ein Beitrag zu der von der WHO ausgerufenen "Dekade der Knochen und Gelenke" (2000 bis 2010).

Welche Bandscheiben bei falscher Haltung oder langem Sitzen besonders belastet sind, läßt sich gut an einem anatomischen Modell demonstrieren.

Professor Fritz Uwe Niethard aus Aachen erklärt einer Patientin, daß Gelenkverschleiß die Ursache für ihre Knieprobleme ist.
Fotos (2) Aktion "Orthopädie bewegt"

Wie Professor Fritz Uwe Niethard aus Aachen erläuterte, finden außer Aufklärungskampagnen in den Medien auch verschiedene Aktionen direkt für Patienten und potentielle Patienten statt. Während der bundesweiten Aktion "Deutschland im Kampf gegen den Rückenschmerz" - diese läuft unter der Schirmherrschaft der Deutschen Stiftung für Gesundheitsinformation in Kooperation mit der Barmer Ersatzkasse sowie unter Mitwirkung von 22 000 Apothekern, 5500 Orthopädiepraxen und 13 000 Krankengymnasten - werden zum Beispiel bei einer Roadshow 2,5 Millionen Rückenschmerz-Ratgeber-Broschüren verteilt. Speziell geschulte "Rückenengel" geben während dieser Städtetour Tips für richtiges Bewegen.

Oktober ist der Monat der Knochen und Gelenke

In der Informationswoche Kliniken und Praxen vom 21. bis 27. Juni bieten viele Praxen und Kliniken einen Tag der Offenen Tür an. Und schließlich wird der Oktober der Monat der Knochen und Gelenke sein. Es finden dann in ganz Deutschland Informationsveranstaltungen für Patienten statt.

Erkrankungen der Knochen und Gelenke, so Professor Wolfhart Puhl aus Ulm, verkürzen zwar nicht das Leben der Patienten, beeinträchtigen ihre Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit jedoch ganz erheblich und verursachen enorme Kosten. Jeder zweite Deutsche hat in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Rückenschmerzen gehabt. Erkrankungen des Bewegungsapparats verursachen 20 Prozent aller Krankheitskosten. 42 Prozent aller Krankschreibungen, 42 Prozent aller Rehabilitationsmaßnahmen und 30 Prozent aller vorzeitigen Berentungen sind auf Erkrankungen von Knochen und Gelenken zurückzuführen.

Das Problem, ergänzte Niethard, beginnt schon in der Kindheit. Im Durchschnitt verbringt ein Kind in Deutschland heute täglich sechs Stunden in der Schule, drei Stunden vor dem Fernseher und 1,5 Stunden vor dem Computer - also 10,5 von 24 Stunden in sitzender Haltung.

35 bis 40 Prozent aller Kinder haben heute bereits nachweisbare Haltungsschäden. Dies ist nahezu eine Verdopplung im Vergleich zu der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Hinzu kommt: Mit dem Altern der Bevölkerung wird auch die Zahl der Arthrose- und Osteoporose-Patienten zunehmen. Hier läßt sich mit regelmäßiger Bewegung vorbeugen. Die Betonung liegt dabei auf regelmäßig - zwei- bis dreimal pro Woche sollte es schon sein. "Man muß kein Marathonläufer werden" so Puhl, "aber täglich zehn Minuten schwitzen bringt schon eine Menge."

Weitere Informationen gibt es unter www.orthopaedie-bewegt.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »