Ärzte Zeitung, 19.11.2004

Infliximab wirkt bei Psoriasis auf Gelenke und Haut

Infliximab mit Methotrexat auch bei Psoriasis-Arthritis zugelassen / Auch Schuppenflechte-Plaques bilden sich zurück

BERLIN (gvg). Der monoklonale Antikörper Infliximab (Remicade®) ist in Komedikation mit Methotrexat seit September auch für die Therapie von Patienten mit Psoriasis-Arthritis zugelassen, die auf gängige Basistherapeutika zuvor nicht angesprochen hatten. Dabei führt die Therapie mit dem Antikörper bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis nicht nur zur Verminderung der Gelenkbeschwerden, sondern auch zu einer Rückbildung der Plaques.

Charakteristische Symptome einer Plaque-Psoriasis. Foto: ÄZ

Grundlage der Zulassung bei Psoriasis-Arthritis war unter anderem die IMPACT 2-Studie, an der 200 Patienten teilgenommen hatten. "Nach 24 Wochen hatten 70 Prozent der Patienten eine mindestens 30prozentige Besserung im Psoriatic Arthritis Response Criteria-Score PsARC", berichtete Professor Joachim Sieper von der Charité in Berlin. In der Placebo-Gruppe lag die entsprechende Rate dagegen nur bei 32 Prozent. Mit den PsARC-Score wird die Krankheitsaktivität dokumentiert, etwa über die Zahl der geschwollenen und schmerzhaften Gelenke.

Immerhin 27 Prozent der mit Infliximab behandelten Patienten hätten sogar eine 70prozentige Verbesserung auf dem Arthritis-Score des American College of Rheumatology erzielt (ACR-70-Antwort) im Vergleich zu nur zwei Prozent der Patienten mit Placebo. Die ACR-70-Antwort entspricht einer 70prozentigen Verbesserung im Arthritis-Score, der Zahl der geschwollenen Gelenke und Schmerzstärke erfaßt, und somit einer Abnahme der Krankheitsaktivität um 70 Prozent.

"Was uns und natürlich die Patienten wirklich gefreut hat, war die Verbesserung der Hautveränderungen", sagte Sieper auf der Veranstaltung des Unternehmens Essex Pharma in Berlin. So besserte sich der Hautbefund bei knapp zwei Dritteln der Patienten mit Infliximab um mindestens 75 Prozent, gemessen mit dem Psoriasis-Index PASI, der Ausdehnung und Schwere der psoriatischen Hautveränderungen erfaßt. In der Placebo-Gruppe war das nur bei gut zwei Prozent der Patienten der Fall. Eine Besserung der Hautbefunde in diesem Ausmaß habe mit anderen Biologicals bisher nicht erreicht werden können, so Sieper.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »