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Ärzte Zeitung, 04.02.2005

Neue Transplantate erleichtern Knorpelreparatur

Autologe Knorpelzellen mindern Schäden im Kniegelenk / Vorteile bei Anwendung eines formfesten Kollagen-Gels

HANNOVER (grue). Wird bei Knorpelschäden im Kniegelenk nicht behandelt, führt dies häufig zur Arthrose. Deshalb sollten größere Defekte frühzeitig mit autologen Knorpelzellen abgedeckt werden. Neue Transplantate müssen dabei nicht mehr mit Knochenhaut übernäht werden.

Autologe Knorpelzellen lassen sich zum Beispiel in einem formfesten Kollagen-Gel vermehren und können dann mit Fibrinkleber auf dem defekten Knorpel fixiert werden. Dieses Verfahren hat Privatdozent Dr. Uwe Schneider von der Orthopädischen Klinik Aachen auf einem Symposium in Hannover vorgestellt.

    Kultivierung dauert beim Gelverfahren nur zwei Wochen.
   

"Das Kollagengerüst enthält Chondrozyten in guter Qualität und homogener Verteilung", sagte Schneider auf der Veranstaltung, die von Ars Arthro unterstützt wurde. "Das Transplantat kann aus dem formbaren Rohmaterial paßgenau ausgeschnitten und minimal-invasiv implantiert werden". Für größere Knorpeldefekte sei das Cartilage-Regeneration-System (CaReS®) ein einfaches und schnelles Verfahren.

Die funktionellen Ergebnisse nach einem Jahr seien ähnlich gut wie mit der herkömmlichen autologen Chondrozyten-Transplantation (ACT), so Schneider. Bei der ACT wird allerdings eine flüssige Knorpelzellsuspension verarbeitet, die mit einem Knochenhautlappen übernäht wird. Das erfordert nicht nur ein größeres Operationsfeld, sondern auch einen tragfähigen Umgebungsknorpel.

Außerdem kommt es nach Angaben von Schneider häufiger zu Gelenkergüssen, was die Belastbarkeit des Knies verzögere. Für das Gel-Verfahren spreche auch die kurze Kultivierungsdauer der Zellen: Zwischen arthroskopischer Biopsie und Implantation liegen höchstens zwei Wochen, beim klassischen Verfahren dauert es doppelt so lang.

Wie Schneider in Hannover berichtete, kann das Chondrozyten-Kissen wohl nicht nur bei umschriebenen Knorpeldefekten nützlich sein. Es werde jetzt auch bei komplizierten Kniegelenkschäden geprüft, etwa bei zusätzlicher Osteoarthrose oder bei Schäden an der Tibiagelenkfläche.

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