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Ärzte Zeitung, 24.10.2005

Pluspunkte für Zoledronat bei M. Paget

Alkalische Phosphatase wird meist normalisiert

BERLIN (ugr). Mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure wird der gestörte Knochenstoffwechsel bei Patienten mit Morbus Paget schneller und effektiver normalisiert als mit anderen Therapien. Bereits nach zehn Tagen sprechen die ersten Patienten auf die Behandlung an.

Das hat Professor Andreas Kurth von der Uniklinik Frankfurt am Main beim gemeinsamen Kongreß der Orthopäden und Unfallchirurgen in Berlin berichtet.

"Bei der Messung der Lebensqualität erzielten die Patienten Verbesserungen auf allen Ebenen: Sie hatten weniger Schmerzen, waren weniger eingeschränkt in ihren körperlichen und emotionalen Funktionen und hatten insgesamt einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand", sagte Kurth bei einer Veranstaltung von Novartis.

In einer Studie wurde Zoledronat, das von dem Unternehmen unter dem Handelsnamen Aclasta® seit Mai 2005 vertrieben wird, mit Risedronat verglichen. Die 349 Patienten erhielten entweder eine einmalige intravenöse Infusion mit fünf mg Zoledronsäure plus Placebo-Tabletten für 60 Tage oder eine Placebo-Infusionslösung plus täglich eine Tablette mit 30 mg Risedronat für 60 Tage.

Ergebnis unabhängig von Alter oder Schmerzen

Primärer Endpunkt war die Ansprechrate nach sechs Monaten - definiert als Normalisierung der alkalischen Phosphatase (AP) im Serum oder Reduktion der AP-Erhöhung um mindestens 75 Prozent.

Patienten, die 5 mg Zoledronsäure erhalten hatten, hätten signifikant besser auf die Behandlung angesprochen als die mit Risedronat behandelten Studienteilnehmer, sagte Kurth. Außer der besseren Responderrate (96 Prozent mit Zoledronsäure versus 74 Prozent mit Risedronat), fielen auch die Normalisierungsraten der AP nach sechs Monaten (89 Prozent versus 58 Prozent) zugunsten des Zolendronates aus.

Kurth: "Die überlegene Wirksamkeit war unabhängig von Patientenparametern wie Alter, Schweregrad der Erkrankung oder Schmerzen."

Halbjährliche Kontrolle des Laborparameters

Die initial erfolgreich behandelten Patienten wurden anschließend im Abstand von sechs Monaten untersucht und über insgesamt 18 Monate nachbeobachtet.

"Die Wirksamkeit von Risedronat fällt deutlich auf bis etwa 25 Prozent, Zoledronat büßt jedoch praktisch nichts an Effektivität ein", sagte Kurth. Der Knochenstoffwechsel werde mit diesem Mittel über einen langen Zeitraum in den Normbereich herunterreguliert.

Normalerweise solle die Infusion einmal jährlich wiederholt werden, so Kurth. Wenn der AP-Spiegel nicht steige und nicht erneut Schmerzen aufträten, könne die Behandlung jedoch verzögert werden. Der AP-Wert solle alle sechs Monate durch die Hausärzte kontrolliert werden.

Der Morbus Paget ist eine lokalisierte mono- oder polyosteotische progressive Skeletterkrankung unklarer Genese. Sie ist charakterisiert durch erhöhte Knochenumbauvorgänge, die zu Verformungen, Frakturen und chronischen Schmerzen führen kann. Etwa 1,8 Prozent der Erwachsenen über 40 Jahre sind hiervon betroffen; jedoch werden nur die wenigsten der Patienten erkannt und behandelt.

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