Direkt zum Inhaltsbereich

Einmal Zoledronsäure i.v. bremst M. Paget ein Jahr

KÖLN (grue). Bisphosphonate sind die Therapie der Wahl bei Patienten mit Morbus Paget. Die hierfür seit kurzem zugelassene Zoledronsäure wird nur einmal im Jahr intravenös infundiert. Das Mittel wirkt nach neuen Studienergebnissen besonders rasch und anhaltend.

Veröffentlicht:

Der Morbus Paget - früher Ostitis deformans genannt - ist nach der Osteoporose die zweithäufigste metabolische Knochenerkrankung. In Deutschland sind daran etwa 750 000 Menschen erkrankt, aber nur jeder zehnte davon hat Symptome. Die Patienten haben Knochenschmerzen und Skelettdeformationen als Folge eines gesteigerten Knochenumbaus.

Bisphosphonate bremsen den Knochenabbau, erinnerte Professor Johann Ringe aus Leverkusen beim Osteologie-Kongreß in Köln. Dabei sei die Therapie mit intravenös applizierter Zoledronsäure noch effektiver geworden, weil die Wirkung besonders schnell einsetze und lange anhalte. Das Mittel wird als gebrauchsfertige Lösung für die intravenöse Kurzinfusion angeboten.

In zwei gemeinsam ausgewerteten Studien wurde die Einzelinfusion von 5 mg Zoledronsäure (Aclasta®) mit einer oralen Therapie (30 mg Risedronat einmal täglich für drei Monate) verglichen.

Mit Zoledronsäure hatte sich bereits nach zwei Monaten bei neun von zehn Patienten der Knochenumbau normalisiert, verbunden mit einem Abfall der alkalischen Phosphatase im Serum. Nach sechs Monaten hatte fast jeder Patient von der Behandlung profitiert; für Risedronat waren die Ansprechraten nach zwei und sechs Monaten mit 47 und 89 Prozent geringer.

Zoledronsäure wirkte unabhängig von Alter, Schmerzintensität und Vorbehandlung der Patienten, so Ringe. "Das bedeutet für alle Paget-Kranken eine schnelle Schmerzreduktion und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität", sagte Ringe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis. Größter Pluspunkt: Die Wirkung der Kurzinfusion hält mindestens ein Jahr.

Ringe empfiehlt das neue Bisphosphonat für neu diagnostizierte Paget-Patienten mit Symptomen und für solche, die erfolglos vorbehandelt sind. Außerdem könne es eine Schmerztherapie sinnvoll ergänzen. Als unerwünschte Wirkung der Therapie treten nach Angaben von Ring bei zehn Prozent der Patienten grippeähnliche Symptome auf. Die Beschwerden würden aber meist nach drei Tagen abklingen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Entzündungsgrad und Rezidivrisiko

Riesenzellarteriitis abklären mit Ultraschall und OGUS

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Lesetipps
Die deutsche Nationalelf bei einem Training.

© picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Eine Reihe von Holzfiguren steht nebeneinander.

© MidJen / stock.adobe.com / Generiert mit KI

Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung

Inklusiver Arbeitsplatz? Warum Praxen von Vielfalt im Team besonders profitieren