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NSAR-Dauertherapie bei M. Bechterew?

WIESBADEN (ner). Bei Patienten mit Spondyloarthritiden kann heutzutage das Fortschreiten der Erkrankung maßgeblich verlangsamt oder gar verhindert werden. Die Knochenzerstörung oder Knochenumbauprozesse werden bei rechtzeitiger Therapie zumindest aufgehalten.

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Röntgenaufnahme eines Patienten mit Morbus Bechterew: Fortgeschrittene Veränderungen an der LWS.

Röntgenaufnahme eines Patienten mit Morbus Bechterew: Fortgeschrittene Veränderungen an der LWS.

© Foto: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

Für die Psoriasis-Arthritis als periphere Spondyloarthritis gebe es zunehmend Daten dafür, dass TNF-alpha-Blocker innerhalb von 24 Wochen nicht nur die klinische Symptomatik verbessern, sagte Professor Joachim Sieper von der Charité Berlin beim Internisten-Kongress in Wiesbaden. Auch die radiologisch erkennbare Progression sei rückläufig. Bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn könne innerhalb eines Jahres sogar mit der Ausheilung der Befunde gerechnet werden. Sehr wenig weiß man dagegen im Moment über die Effekte konventioneller Basistherapeutika wie Methotrexat, Cyclosporin A oder Sulfasalazin in dieser Indikation.

Biologika wirken stark entzündungshemmend

Bei Morbus Bechterew als axialer Spondyloarthritis, deren Prognose wesentlich durch die Geschwindigkeit der Wirbelsäulenverknöcherung bestimmt wird, sind für TNF-alpha-Blocker als auch für nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) entzündungshemmende Wirkungen nachgewiesen worden. Dabei ist die Entzündungshemmung der Biologika stärker.

Dafür wirkten die NSAR nicht nur schmerz- und entzündungshemmend, sondern vermutlich auch antiproliferativ, sagte Sieper. Die Knochenneubildung an den Wirbelkörpern wird offenbar vermindert. Deshalb müsse man wegkommen von der Bedarfsmedikation mit NSAR, hin zu einer symptomorientierten Dauertherapie mit der niedrigsten möglichen Dosis. Sieper zitierte zwei Studien mit 200 mg Celecoxib einmal- oder zweimal täglich, Naproxen zweimal 500 mg oder Diclofenac zweimal 75 mg, in denen die CRP-Spiegel signifikant gesenkt worden waren. In einer offenen Zweijahresstudie bei 215 Bechterew-Patienten unter NSAR war es gelungen, die radiologische Progression aufzuhalten. In einer vom Bundesforschungsministerium unterstützten Studie werde derzeit geprüft, ob dieses Ergebnis reproduziert werden könne, so der Berliner Rheumatologe.

TNF-alpha-Blocker vermindern die Osteoklasten-Aktivität, die Knochendichte nimmt bei den Patienten zu. Allerdings ist die Osteoblasten-Aktivität gesteigert: Regenerationsgewebe wird ersetzt und verknöchert. Nach Ansicht von Sieper kommt es zu diesen Ossifikationen wahrscheinlich nur, wenn erosive Knochen-/Knorpelschäden vorausgegangen sind. "Bei frühzeitiger Therapie würde dieses Problem womöglich gar nicht auftreten", sagte er. Behandlungsziel müsse daher sein, die Entzündung zu hemmen, bevor Erosionen da sind.

Zur Langzeittherapie bei Bechterew fehlen noch Daten

Zur Langzeittherapie bei M. Bechterew fehlen noch Daten. Bislang liegen bevorzugt Erkenntnisse aus Studien über zwei Jahre vor. Setzt man danach TNF-alpha-Blocker ab, treten Rezidive auf. Bei NSAR vermutet Sieper, dass die länger als zweijährige Dauertherapie nützlich sein könnte, allerdings müsse man in Studien diese Effekte gegen die Risiken abwägen. "Im Moment ist es wichtig, die Patienten symptomfrei zu bekommen", betonte er. Dazu sei auch eine kontinuierliche krankengymnastische Behandlung erforderlich, die zusammen mit der medikamentösen Therapie die Bewegungsfunktionen verbessere.

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